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Der Maulwurf

Rechtsextremist ist beim Technischen Hilfswerk aktiv und wurde für seine Verdienste dort bereits ausgezeichnet.

27.04.2007

Der NPD-Fraktionschef im Schweriner Landtag Udo Pastörs hat ein Ziel, er will das - wie er es nennt - System BRD abschaffen. Eine seiner Strategien ist dabei die Unterwanderung der Gesellschaft. Neu ist diese Strategie aber nicht. Schon länger geben Rechtsextremisten den Biedermann. Einer dieser scheinbaren Biedermänner ist der Greifswalder Frank Klawitter. Als 1989 die so genannten "Greifswalder Nationalsozialisten" entstanden, war er als Gründungsmitglied dabei und gehörte Anfang der 1990er Jahre zum harten Kern der rechtsextremen Hausbesetzerszene in der Hansestadt. Bei der NSDAP/AO bestellte er gemeinsam mit "Kameraden aus dem Norden Mitteldeutschlands" den NS-Kampfruf und 100 Stück Hakenkreuzaufkleber. Die Bestellung endete mit "Sieg Heil Greifswalder Nationalsozialisten".

Klawitter war eine große Nummer innerhalb der Szene. Er organisierte Wehrsportlager und war mit den damals führenden ostdeutschen Rechtsextremisten auf Du und Du. Ein Dokumentarfilm aus dem Jahre 1992 zeigt Klawitter - untertitelt als "Führer von Greifswald" - während einer Wehrsportübung auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in uniformähnlicher Kleidung. Vor seiner Truppe stehend, wertet er einen Geländemarsch aus. Im Hintergrund ein ausrangierter Panzer. Zum militärischen Repertoire dieser Truppe gehörten neben Geländemärschen auch Schießübungen.

Dann wurde es scheinbar ruhiger um Klawitter. Nach außen trat er kaum noch in Erscheinung. Er fand ein neues Betätigungsfeld beim Technischen Hilfswerk (THW). Als der Greifswalder Ortsverein gegründet wurde, war er dabei und fühlte sich rasch heimisch. Denn das, worauf es beim THW ankommt, "Pflichtbewusstsein, Zielstrebigkeit, Entscheidungsfreude und Kameradschaft" kannte er ja zu gut aus seiner braunen Vergangenheit. Zum 5. Jahrestag der Gründung des THW-Ortsverbandes 2001 erfolgte dann der Lohn. Als Helfer der ersten Stunde wurde Klawitter bei einer offiziellen Feier für seine Verdienste ausgezeichnet. Heute ist er Gruppenführer der Fachgruppe Wassergefahren und gilt als Experte auf diesem Gebiet. Sein Wissen ist gefragt, auch in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Seine Gesinnung hat der bei einem größeren Sanitätshaus angestellte Klawitter jedoch nicht geändert. Wes Geistes Kind er ist, lässt sich beim Blick auf das Heck seines Autos erahnen. Hier prangen zwei Aufkleber, einmal einer vom THW und darunter einer der so genannten "Artgemeinschaft" des Rechtsextremisten Jürgen Rieger. Nach wie vor hat Klawitter gute Kontakte zur rechtsextremen Szene. Besonders intensiv ist seine Beziehung zu dem Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Ostvorpommern/Greifswald - dem mehrfach strafrechtlich verurteilten Lutz Giesen. Beide nutzen abwechselnd einen auf Klawitter zugelassenen VW-Kleintransporter aus alten Bundeswehrbeständen.

Als die rechtsextreme Heimattreue deutsche Jugend im Juni vergangenen Jahres nach Demmin in ein Lokal auf den Völschower Berg zum nationalen Ringelpietz lud, war eine Mobilnummer als Kontaktmöglichkeit angegeben. Es war dieselbe Nummer, die auch beim THW als die von Klawitter bekannt ist. Im März 2007 führte die Heimattreue deutsche Jugend ein mehrtägiges Werbelager in Mecklenburg-Vorpommern durch. Klawitter stellte seinen Transporter zur Verfügung und war mit von der Partie. Beim örtlichen THW kennt man seine Gesinnung, hat aber keine Probleme mit dem braunen Geist des Kameraden - denn als Agitator und Propagandist rechtsextremen Gedankenguts habe man ihn noch nicht erlebt. Zuletzt bemühte Klawitter sich verstärkt um einen Posten in der Kinder- und Jugendarbeit des THW. Und so wird der nette Herr Klawitter wohl weiter - im Pastörschen Sinne - den Maufwurf beim THW geben.

Thomas Niehoff

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