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07.02.2003
Kriegsgefahr treibt Menschen auf die Straße - Donnerstags Demonstration und Gebete in Neubrandenburg - 400 gestern auf der Straße

Neubrandenburg. Die wachsende Kriegsgefahr im Irak lässt auch die Neubrandenburger längst nicht mehr kalt: Etwa vierhundert Menschen demonstrierten gestern gegen die Bedrohung eines Waffengangs durch die USA im Vorderen Orient. Zuvor luden die Kirchgemeinden der Region zu einem Friedengebet in die Johanniskirche ein. Pastor Fritz W. Rabe machte deutlich, dass der Krieg auch geografisch nicht so weit entfernt ist, wie es vielleicht scheint: "Was auf dieser klein gewordenen Erde passiert, betrifft uns alle." Deshalb, so Rabe wolle man sich einreihen in die Friedensgebete aller Christen weltweit. Diese Gebete werden von nun an jeden Donnerstag um 17 Uhr in dem Gotteshaus stattfinden.

Keine Eintagsfliege

Doch auch der anschließende friedliche Demonstrationszug, der sich von der Johanniskirche über die Stargarder und die Turmstraße bis hin zum Rathaus bewegte, soll nach dem Willen der Veranstalter keine Eintagsfliege bleiben. Die Kundgebung des Neubrandenburger Friedensbündnisses, unterstützt zum Beispiel durch die PDS, Greenpeace, den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die Jusos Neubrandenburg, attac NB und der Initiative für Ausländer NB, soll ebenso jede Woche donnerstags um 17.30 Uhr wiederholt werden, hieß es. Am gestrigen Zug nahmen dabei sowohl ältere als auch etliche junge Leute teil, die ihre Abscheu gegenüber dem Krieg einte. "Ich bin grundsätzlich gegen jeden Krieg, denn auch dieser Krieg wäre ein Verbrechen", meinte Helmut Zschinzsch aus Neubrandenburg. Er hat noch Hoffnung, dass ein Waffengang gegen den Irak verhindert werden kann: "Sonst würde ich hier nicht demonstrieren."

Vor dem Rathaus sprach Marion Wiedenhöft vom DGB anschließend von einer derzeitigen "Globalisierung militärischer Gewalt". Sie machte deutlich, dass es bei diesem Konflikt in erster Linie um politische und wirtschaftliche Interessen in einer der ölreichsten Regionen der Welt gehe. "Die Ursachen des Terrors kann man aber nur ohne militärische Mittel bekämpfen. Daher ist die Bundesregierung aufgefordert, im Sicherheitsrat einen Krieg unbedingt zu verhindern."

Nordkurier-Neustrelitz

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