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31.01.2003
Hundertfaches Nein zum Krieg - Greifswalder protestierten gegen amerikanische Irak-Politik - NPD auch dabei
Greifswald stand gestern im Zeichen des Protestes gegen die amerikanische Irak- Politik. Hunderte versammelten sich im Dom und vor dem Rathaus, um ihrem Nein zum Krieg Ausdruck zu verleihen.
Greifswald(OZ) "Recht wird durch Macht entschieden, wer lügt, liegt obenauf", sangen die Menschen während des gestrigen ökumenischen Friedensgebetes im Dom. Und dieses sangen sie voller Überzeugung und Wut. Und auch voller Angst. Je mehr Amerikas Präsident George Bush der Welt weismachen will, dass ein Krieg gegen den Irak unvermeidlich ist, desto klarer wird allen, welche wahren Absichten dahinter stecken. "Ich bin sowieso gegen Krieg", sagt die 14-jährige Mariann Ehlers. "Und erst recht, weil es Amerika nur um Öl geht und nur das Volk betroffen ist und nicht der Kerl (gemeint ist Hussein). Das hat doch schon der letzte Krieg gegen den Irak gezeigt." So viele Leute, wie zum Friedensgebet kamen, so viele Beweggründe gab es auch. Die Mutter, die mit den Müttern irakischer und amerikanischer Soldaten fühlt. Oder der Mann, der messerscharf die kriegstreiberischen Interessen analysiert. Sie alle sangen und beteten für den Frieden. Hinterher folgten viele der Aufforderung des Friedensforums, in einer Protestkundgebung vor dem Rathaus "Nein" zu sagen. Trotz eisiger Kälte und Schneeregens war es Hunderten Greifswaldern ein Bedürfnis, ihre Haltung zu zeigen. Viele trugen sich in die Listen ein, um mit ihrer Unterschrift das Nein zum Krieg zu dokumentieren. Pfarrer Gürtler durchleuchtete das gefährlich Trügerische an Bushs Worten, der sich in seinem Handeln auf Gott beruft. Mignon Schwenke empfindet Angst vor dem übergroßen Sendungsbewusstsein des amerikanischen Präsidenten und hält den Krieg als staatlich sanktionierten Terrorismus für das denkbar ungeeignetste Mittel einen Diktator wie Hussein zu stürzen. Im Gegenteil werde er dadurch immer stärker. Alle Teilnehmer an der Greifswalder Friedenskundgebung wurden aufgefordert, am 15. Februar nach Berlin zu fahren zur großen Friedensdemonstration. Getrübt wurde die Stimmung auf der gestrigen Veranstaltung dadurch, dass sich die NPD mit Fahne und Transparenten unter die Kriegsgegner mischte. Einzelne Kundgebungsteilnehmer forderten, die NPD des Rathausplatzes zu verweisen. Die friedliche Stimmung drohte umzuschlagen. Doch die Organisatoren forderten zur Besonnenheit auf und distanzierten sich von der NPD.
Ostseezeitung-Greifswald
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