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31.01.2003
Gedanken-Reise in eine Zeit, als die Stasi Punks verfolgte - Vertreter der "Birthler"-Behörde zu Besuch am Bützower Gymnasium

Bützow Unterricht einmal anders, das war das Motto des Geschichtskurses der Klasse 13 am Gymnasium am gestrigen Tag. Dr. Volker Höffer, Beauftragter der Außenstelle Rostock der Bundesbehörde, die für die Bearbeitung von Stasiunterlagen zuständig ist, lud zu einer Veranstaltung ein. Diese wurde organisiert aufgrund von Kritik über eine Führung durch die ehemalige Stasi-Haftanstalt, in der die Jugendlichen ihre Fragen nicht ausreichend beantwortet fanden (SVZ berichtete). Das von Höffer gewählte Thema lautete "Die Jugend im Visier der Stasi". Er sprach somit die Situation der jungen Menschen zur Zeit der DDR an.

Nach einer netten Begrüßung gab er einige seiner Erlebnisse mit Menschen, die von der Stasi bespitzelt wurden, wieder und sorgte so für Aufmerksamkeit und ein lockeres Verhältnis zwischen ihm und seinen Zuhörern. Die Einstiegsfrage: Warum galt gerade die Jugend damals als wichtiges Zielobjekt der Geheimpolizei? Die Schülerin Maria Müller antwortete: "Junge Menschen sind noch nicht so festgefahren und so leichter zu beeinflussen." Matthias Krumm fügte hinzu: "Vielleicht wollten sie auch einfach nur das Problem im Keim ersticken. In unserem Alter entwickelt man viele eigene Gedanken, und das wollte die Staatssicherheit wahrscheinlich unterbinden." Dr. Höffer berichtete weiterhin, dass sich viele Gruppen und unter anderem auch die Punks in der DDR herausbildeten. Auf dem Beispiel der Punkband "Zwecklos" aus Rostock, die zur damaligen Zeit existierte, baute er seinen weiteren Vortrag auf. Die Stasi hatte überall ihre Spitzel, und so gelangten Demobänder von dieser Gruppe auch in die Hände der Geheimpolizei. Ein Verfahren gegen zwei der Bandmitglieder wurde eingeleitet. Einer der beiden, vermutet man, arbeitete daraufhin bei der Stasi. Die jugendlich gestaltete Vortragsweise Höffers erreichte die Schüler, sie brachten sich mit Fragen und Gedanken in den Unterricht mit ein. Monic Clement denkt positiv über den Besuch. "Er war sehr offen und jugendfreundlich. Besonders gefallen hat mir, dass wir Fragen nach unserem Interesse stellen durften."

Schweriner Volkszeitung-Bützow

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