Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

30.01.2003
105 Ausländer führen Firmen im Landkreis - 240 Arbeitsplätze wurden in und um Bad Doberan geschaffen

Bad Doberan (OZ) Wie viele Ausländer Leben im Landkreis? Woher kommen sie, was tun sie, was tun wir für sie? Wie bestreiten sie ihren Lebensunterhalt, sind sie, wurden sie in die Gesellschaft integriert? Fragen, die jetzt eine Ausländerstudie beantwortet, die kurz vor ihrer Fertigstellung steht. Das Rohmanuskript, von Axel Greshake analytisch-akribisch erarbeitet, liegt bereits bei der Ausländerbeauftragten des Landkreises vor.

"1123 Ausländer lebten im vergangenen Jahr im Landkreis", zählt Greshake vor. Sie kommen aus 80 verschiedenen Nationen, die meisten aus Osteuropa. Mit 139 führen Türken die Liste an, 85 kommen aus Vietnam. "61 Prozent der Ausländer leben mit Aufenthaltstitel in der Region, begrenzt oder unbegrenzt. Die anderen 39 Prozent sind Asylbewerber und ehemalige Asylbewerber, die eine Duldung erteilt bekamen", weiß Greshake.

Nur ein Drittel sind Restaurants

Erstaunlich und selbst für den Fachmann überraschend: 105 Unternehmen im Landkreis werden von Ausländern geführt. Das sind nicht nur Gaststätten und Imbissgeschäfte - sie machen nur ein Drittel aus. Das ist der polnische Medienberater, der tschechische Baustoffhändler, der schwedische Werkzeugmaschinenhersteller, die japanische Goldschmiedin, die tschechische Metzgerin, der österreichische Immobilienmakler.

Zudem bewirtschaften Ausländer im Landkreis 3100 Hektar Fläche. Die zehn landwirtschaftlichen Betriebe werden vornehmlich von Holländern geführt. "Ausländer hatten laut Statistik aus dem vergangenen Jahr 240 Arbeitsplätze im Landkreis geschaffen", teilt Greshake mit. Das Interessante daran: "Nur 129 der Beschäftigten waren sozialpflichtversicherte Ausländer. Was so viel heißt, sie haben die restlichen Arbeitsplätze für Einheimische geschaffen." Typisch sei das auf keinen Fall, dass Ausländer mehr Arbeitsplätze schaffen, als sie selbst beanspruchen, so Greshake. Damit sei aber das Argument entkräftet, Ausländer würden hier anderen die Arbeitsplätze wegnehmen. Für den Landkreis jedenfalls treffe das nicht zu.

Alte Länder beliebter als die neuen

Die Ausländer im Landkreis machen nur 0,95 Prozent der Bevölkerung aus. Im Land sind es zwei Prozent, in der Republik 8,9 Prozent. In Hamburg leben zwölf Prozent Ausländer. Ausländer gehen lieber in die alten Länder, wissen die Fachleute. So haben beispielsweise die 50 000 türkischen Firmen in Deutschland 250 000 Arbeitsplätze geschaffen, 50 Milliarden DM Umsatz gemacht in 2001, 10 Milliarden Mark investiert.

Greshake gestattet auch einen Blick auf die Qualifizierung. "Prozentual haben mehr Ausländer keine abgeschlossene Berufsausbildung als Deutsche. Doch bei den Angestellten mit akademischer Ausbildung ist das prozentuale Verhältnis umgekehrt. An unseren Universitäten würde es trübe aussehen, würden dort keine Ausländer arbeiten und lehren."

Während Menschen aus den benachbarten EU- Ländern gern nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten oder zu lehren, kommen Asylbewerber nicht freiwillig in den Landkreis. Sie werden zugewiesen; auf tausend Einwohner kommt jeweils bundesweit ein Asylbewerber.

Ostseezeitung-Bad Doberan

diskutieren? auf ins Forum!