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30.01.2003
Reise nach Israel als großes Ziel - Hagenower Gymnasiasten erforschen das jüdische Leben in der Zeit der Diktaturen
Hagenow Im Hagenower Museum haben sich gestern alle Schüler des Robert- Stock-Gymnasiums getroffen, die beim Projekt "Demokratie lernen und leben - Meine Gemeinde in Zeiten der Diktaturen" mitmachen. Gemeinsam wollen sie das jüdische Leben im Landkreis Ludwigslust erforschen.
Insgesamt beteiligen sich mehr als 20 Hagenower Gymnasiasten aus den Klassen 9 bis 11 an dem bundesweiten Projekt. Aus Mecklenburg-Vorpommern seien auch noch die Hagenower Regionalschule II und zwei Schulen von den Inseln Rügen und Usedom mit dabei, sagt der Lehrer Karsten Kretzschmar, der das Projekt am Gymnasium zusammen mit seinen Kolleginnen Katrin Meyer und Hiltrud Rüß betreut.
Die Entscheidung, sich speziell mit dem jüdischen Leben während der NS-Zeit und der Zeit der DDR zu beschäftigen, sei auch eine Reaktion auf die historischen Spuren, die es mit dem Synagogen-Ensemble gerade in Hagenow gebe, erklärt Kretzschmar. So sollen zum Abschluss des bis in das Jahr 2007 angelegten Projektes neben Arbeitsmittel für den Geschichts-, Religions- und Sozialkundeunterricht auch Anschauungsmaterialien für eine Ausstellung im Gemeindehaus der ehemaligen jüdischen Gemeinde zur Verfügung stehen. "Davon können dann alle Schüler im Landkreis profitieren", betont Kretzschmar.
Im August vergangenen Jahres hatten Jugendliche aus der Projektgruppe die Hagenower Synagoge für ein Klezmer-Konzert geräumt. Mit selbst zubereiteten jüdischen Gerichten unterstützten sie im Oktober das Konzert der "Grinen Kuzine" im Museumsspeicher (SVZ berichtete). Zwischendurch informierte sich der damalige Kultusminister von MV, Prof. Peter Kauffold, bei einem Hagenow-Besuch über das Projekt, und auch in der Stadtvertretung wurden die Schüler schon mit ihren Ideen vorstellig.
Wichtiger Bestandteil des Projektes sind natürlich das Quellenstudium in Archiven und die Befragung von Zeitzeugen. Dazu sollen die Schüler auch noch die entsprechenden Techniken erlernen, wie Katrin Meyer erläutert. Ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert haben neben dem Hagenower Museum unter anderem auch schon der Verein für jüdische Geschichte und Kultur in Mecklenburg und Vorpommern aus Schwerin und eine Zapeler Künstlerin.
Kontakt aufnehmen wollen die Jugendlichen etwa auch noch zur Jüdischen Gemeinde in der Landeshauptstadt und zum Max-Samuel-Haus in Rostock. Fünf Schüler werden sich in diesem Jahr außerdem auf eine von der Landeszentrale für politische Bildung organisierte Studienfahrt zum jüdischen Leben in Mecklenburg-Vorpommern begeben.
"Unser großes Ziel ist eine Reise nach Israel", sagt Karsten Kretzschmar. Dabei solle dann auch die Holocaust-Mahn- und Gedenkstätte Yad Vashem besuchtwerden. Kretzschmar hofft wie seine Kolleginnen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Schulamt bei dem aus Bundesmitteln finanzierten Projekt.
Am 15. März wollen Schüler und Lehrer ihr Vorhaben ab 10 Uhr im Gymnasium noch einmal der Öffentlichkeit vorstellen.
Schweriner Volkszeitung
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