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28.01.2003
Stolperstein erinnert an Hans Moral - Jüdischer Gelehrter aus Rostock nahm sich 1933 das Leben

In der Friedrichstraße 31 hat sich der international renommierte Zahnmediziner Hans Moral am 6. August 1933 das Leben genommen. "Opfer einer verletzten Demokratie", so Prof. Dr. Lothar Pelz, Präsident des Rotary-Clubs. Auf Initiative des Clubs und des Max-Samuel-Hauses erinnert seit gestern ein "Stolperstein" im Gehwegpflaster an die Verzweiflungstat vor 70 Jahren.

Schon im Alter von 29 Jahren hatte Hans Moral einst die Leitung der Rostocker Zahnklinik übernommen und viel zu deren guten Ruf in ganz Deutschland beigetragen. Er veröffentlichte grundlegende Lehrbücher und Schriften in aller Welt, führte neue Unterrichtsfächer ein und wurde 1929 einstimmig zum Dekan der medizinischen Fakultät gewählt. Er war es, der einen Neubau der Klinik forderte. Doch Uwe Peter, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, bedauerte gestern in seiner Ansprache: "Den Baubeginn durfte Hans Moral leider nicht mehr miterleben."

Nach der Errichtung der Nazi-Diktatur 1933 hatte der mecklenburgische Gauleiter den jüdischen Mediziner aufgefordert, freiwillig aus der Universität auszuscheiden. Und, so Dr. Peter, "auch einige Vertreter des örtlichen Zahnärzteverbandes sahen sich veranlasst, das Kesseltreiben gegen ihn zu entfachen". Im Gefühl, seiner Ehre und Existenzgrundlage beraubt zu werden, nahm sich der Mann das Leben.

Der "Stolperstein" in der Friedrichstraße ist der sechste, der auf Initiative des Max-Samuel-Hauses verlegt wurde, um an die Holocaust-Opfer in Rostock zu erinnern. Die mit Inschriften versehenen Dolomitsteine werden ausschließlich über Spenden finanziert. Mit der gestrigen Enthüllung wurde zugleich der 27. Januar gewürdigt, der erst vor wenigen Jahren zum Gedenktag für die Opfer der NS-Diktatur erklärt wurde. Hintergrund: An diesem Tag wurde 1945 Auschwitz befreit.

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