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28.01.2003
Protest gegen den drohenden Krieg - Gestern spontane Anti-Kriegs-Kundgebung in der Sternberger Innenstadt

Sternberg. Mit einer spontanen Kundgebung in der Sternberger Innenstadt bezogen gestern Mitglieder der Dabeler Friedensinitiative Stellung gegen den drohenden Irak-Krieg. Sie verteilten Flugblätter und kamen mit Einwohnern ins Gespräch. Bei fast allen Bürgern stießen sie auf Sympathie.

Von "toll", "mutig", "das macht ihr richtig" bis "wir stehen voll hinter euch" reichte das Spektrum der von Einwohnern geäußerten Meinungen zu der spontanen Protestaktion der beiden Dabeler Jürgen und Ingrid Kuhlmann sowie der Sternbergerin Marlies Leonhardt.

Ihre Standpunkte hatten sie auf mehreren Plakaten deutlich gemacht, die sie mit sich trugen, als sie in kürzester Zeit in der Innenstadt rund 500 Flugblätter gegen den Krieg verteilten. "Wir alle wollen keinen Krieg", "Bush-Krieger sind Bodenschatz-Räuber", "Korea, Vietnam, Irak, Afghanistan - die Schurken sind immer die anderen" und anderes war da zu lesen, das den Standpunkt der Mitglieder der Dabeler Friedensinitiative zum Ausdruck brachte. Es reiche nicht, es Menschen in anderen Städten zu überlassen, gegen eine deutsche Beteiligung am Krieg und gegen den drohenden Krieg überhaupt auf die Straße zu gehen, man müsse auch selbst etwas unternehmen, meint der SPD-Mann und Kreistagsabgeordnete Jürgen Kuhlmann.

Spontan wie viele andere äußerte sich denn auch der Sternberger Rechtsanwalt Jörg Sprenger im Vorübergehen zu dem Thema: "Es ist total in Ordnung, so eine Kundgebung", fand er. "Der Krieg muss unbedingt verhindert werden, mit allen Mitteln. Hier geht es nicht um den Irak, es geht um Öl. Da muss man kein Freund von Dikator Hussein sein, um dagegen zu sein. Die Leidtragenden in so einem Krieg wären das irakische Volk und die amerikanischen Soldaten", so seine Meinung.

"Als Christ fühle ich mich einfach verpflichtet, etwas gegen den drohenden Krieg zu unternehmen", meint Ingrid Kuhlmann, von Beruf Katechetin in der evangelischen Kirchgemeinde Dabel.

"Ich bin humanistischer Atheist, fühle mich den menschlichen Idealen verpflichtet, da muss man einfach gegen drohendes Unrecht vorgehen", sieht die Rentnerein Marlies Leonhardt die Sache.

"99 Prozent aller Leute, mit denen wir ins Gespräch kamen, sind genau wie wir gegen den Krieg und sehen, dass es dabei nur um Ölinteressen geht", meint sie. Durch die Sympathiewelle, die ihnen überall entgegenschlug, fühlen sie sich bestärkt in ihrem Standpunkt, machen die drei deutlich. Und sie wissen sich auch unterstützt von den anderen über 30 Mitgliedern der Dabeler Friedensinitiative, sagen sie, auch wenn sie gestern bei ihrer spontanen Aktion auf dem Sternberger Markt vorerst nur zu dritt standen.

Schweriner Volkszeitung-Sternberg

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