Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

28.01.2003
"Alt Rehse bleibt ein Ort des Ermahnens" - Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Nordkurier-Bild

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider bei der Kranzniederlegung auf dem Gelände der ehemaligen Nazi-Ärzteschule

Alt Rehse. "Es ist kaum vorstellbar, dass in dieser Idylle ein so verabscheuungswürdiges Gedankengut verbreitet wurde". Der Landrat des Müritzkreises, Jürgen Seidel (CDU), sprach gestern in Alt Rehse zu rund 200 Gästen der zentralen Veranstaltung des Landes anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Nach Alt Rehse hatte Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) geladen.

"Hier wurden Täter geschult", sagte Landrat Seidel weiter, "und ein ganzer Berufsstand in Mißkredit gebracht". Am 1. Juni 1935 wurde in dem Dorf am Tollensesee die Führerschule der deutschen Ärzteschaft eröffnet. Hier hat man Ärzte auf die Selektion von Menschen in Konzentrationslagern vorbereitet und ihnen beigebracht, wie man millionenfach tötet. "Wir tragen schwer an unserer Erblast", sagte der Landrat, "Alt Rehse wird immer ein Ort des Gedenkens und Ermahnens bleiben".

Forschung und Wissenschaft dürften nicht Ideologien unterordnet werden, mahnte er und verwies auf die Gegenwart mit ihrer Diskussion um die Gentechnologie. Gerade deshalb müsse die Vergangenheit verinnerlicht werden. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider dankte stellvertretend für die vielen Beteiligten dem ehemaligen Bürgermeister von Alt Rehse, Wolfgang Köpp, und dem jetzigen Bürgermeister Norbert Wagenknecht (Wählergemeinschaft), die sich dafür einsetzten, dass dieser Ort eine Gedenkstätte, Ausstellungsort und Stätte der Mahnung wird. Der Anfang ist mit der Ausstellung "Alt Rehse und Der gebrochene Eid des Hippokrates" gemacht. Sie dokumentiert mit Texten und Dokumenten die vielschichtige Entwicklung des Dorfes vor und nach 1945. Der Verein "Erinnerung-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse" hat daran maßgeblichen Anteil. Der Vereinsvorsitzende und SPD-Bundestagsabgeordnete Götz-Peter Lohmann ist froh, dass die Arbeit des Vereins nun Anerkennung und Aufmerksamkeit erfährt. Dennoch bleibe viel zu tun. So stehe der Vorstand in Verhandlungen mit dem Arbeitsamt um eine Stelle, damit die Ausstellung täglich geöffnet werden kann.

Nordkurier-Waren

28.01.2003
Parteien gedenken der Nazi-Opfer - Blumengebinde unweit des früheren Standortes der Pasewalker Synagoge niedergelegt

Pasewalk (rm). Vertreter der SPD und der PDS des Kreises, unter ihnen Landtagsmitglied Gerd Walther (PDS), gedachten gestern der Opfer des NS-Regimes. Sie legten an der Gedenktafel unweit der früheren Pasewalker Synagoge ein Blumengebinde nieder und gedachten insbesondere der Opfer des Holocaust. Weil SPD und PDS " mehr verbindet als trennt", richteten in Pasewalk die beiden Parteien diese Veranstaltung gemeinsam aus, meinte Martin Schmidt (SPD). Gerade an einem solchen Tag sollten die Demokraten über Parteiengrenzen hinweg zusammen stehen, ergänzte Landtagsmitglied Gerd Walther.

Die kleine Delegation legte die Blumen an einem für Pasewalk geschichtsträchtigen Ort nieder. Nur wenige Meter von der Gedenktafel entfernt wurde am 23. Oktober 1834 die Pasewalker Hinterhaus-Synagoge eröffnet. Etwa zwanzig Jahre später zählte die jüdische Gemeinde der Stadt über 320 Mitglieder. Die Synagoge ging am 9. November 1938 in Flammen auf, nur zwei Jahre später, im Februar 1940, wurden die letzten Bürger jüdischen Glaubens nach Stettin, wenig später in das Ghetto Lubmin verschleppt. Die jüdische Gemeinde Pasewalk hörte damit auf zu existieren.

Nordkurier-Pasewalk

28.01.2003
Kränze für die Opfer der Nazis - Demmin gedenkt der Auschwitz-Befreiung

Nordkurier-Bild

Mit einer Kranzniederlegung an der Stele auf dem Demminer Ernst- Barlach-Platz gedachte die Hansestadt gestern der Opfer des Nationalsozialismus

Demmin (gwa). Mit einer Gedenkfeier im Gemeinderaum der katholischen Kirche und einer Kranzniederlegung an der Stele auf dem Ernst-Barlach-Platz haben gestern Vertreter der Hansestadt Demmin, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der PDS sowie Bürger der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Anlass dafür war der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, in dem während des Zweiten Weltkrieges Millionen Juden, Sinti und Roma sowie andere Menschen von Deutschen umgebracht worden waren. Am 27. Januar 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit. Den Tag hat deshalb der frühere Bundespräsident Roman Herzog zum Gedenktag erklärt.

In seiner Ansprache bei der von Ramona Mayer musikalisch umrahmten Feierstunde erinnerte Bürgermeister Ernst Wellmer (CDU) an die Opfer von Krieg und Nazi-Herrschaft: 55 Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg, sechs Millionen getötete Juden. "Zahlen, die unser Begreifen übersteigen", sagte Wellmer. Er bezeichnete Krieg als "die totale Selbstvernichtung des Menschen" und sprach von der verbindenden Kraft der Trauer.

Zugleich erinnerte Wellmer aber auch an Widerstandskämpfer wie die Geschwister Scholl und schlug den Bogen zur Gegenwart: "Krieg löst keine Probleme, auch nicht im Irak", forderte er dazu auf, gleichzeitig mit dem Gedenken für den Frieden in der Welt einzutreten.

Nordkurier-Demmin

28.01.2003
Nazi-Opfer wurde gedacht - Fahnen in Altentreptow auf Halbmast

Altentreptow. Gestern wurden die Fahnen vor dem Rathaus auf halbmast gesetzt. Anlass dafür war der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, in dem während des zweiten Weltkrieges Millionen Juden, Sinti und Roma sowie andere Menschen von Deutschen umgebracht worden waren. Am 27. Januar 1945 wurde das Lager von der Roten Armee befreit. Den Tag hat deshalb der frühere Bundespräsident Roman Herzog zum Gedenktag erklärt.

Nordkurier-Altentreptow

diskutieren? auf ins Forum!