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22.01.2003
Vize-Landrat wirbt um Verständnis für Asylheim - Kreisverwaltung will sich mit Anklamer Gegnern eines Flüchtlingsheims zusammensetzen

Ostvorpommern (ab). In der Kreisverwaltung ist man bereit, mit Bürgerinitiativen ins Gespräch zu kommen, die sich gegen mögliche Standorte für ein Asylbewerberheim richten. Bisher liege aber nichts Schriftliches vor, sagte Vize-Landrat Armin Schönfelder. Wie berichtet, regt sich in Anklam Widerstand gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in der ehemaligen Kriegsschule oder in der benachbarten früheren Polizeiinspektion.

"Wir möchten eine sachliche Diskussion führen. Die Befürchtungen in der Gutenbergstraße in Anklam zum Beispiel haben sich als unbegründet erwiesen, wir haben gute Erfahrungen mit den Anwohnern gemacht", erklärte er. In Wolgast gebe es zum früheren Verwaltungsgebäude der Peene-Werft keine Initiative. Am Donnerstag wollen Vertreter des Landesamtes für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten alle drei Objekte besichtigen. Schönfelder warb um Verständnis für das Thema. "Das ist keine Legehennen- Batterie, die wir hier einrichten. Hier geht es um Leute in Not, die zu uns kommen", betonte er. Die Bürger sollten nicht nur Argumente gegen, sondern auch mal für eine solche Unterkunft sammeln und eine andersartige Kultur als Chance sehen. Durch die neue Unterkunfts- Verordnung des Landes sei man verpflichtet, die Objekte in Garz und in der Demminer Straße in Anklam bis Ende des Jahres zu schließen, weil sie den Mindestanforderungen nicht mehr entsprechen.

Wenn die Entscheidung für Anklam fallen sollte, hätte man hier mit 300 Asylbewerbern ein gutes Verhältnis zur Einwohnerzahl. Es gebe kurze Wege zu Behörden, Ärzten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Man habe sich bewusst dafür entschieden, möglichst vorhandene Gebäude im Kreis zu nutzen.

Nordkurier-Anklam

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