|
25.01.2003
Zentrale Demonstration in Anklam gegen möglichen Irak-Krieg
Ostvorpommern (ck). Mehrere Gruppen aus Ostvorpommern wollen am 1. März in der Anklamer Innenstadt gegen einen möglichen Krieg im Irak protestieren. Darauf haben sich am Donnerstagabend die Teilnehmer eines vom Bündnis "Bunt statt Braun" initiierten Treffens geeinigt. An dem Gespräch beteiligt waren neben Eckhard Behnke vom Kreisjugendamt, Ulrich Höckner von der katholischen Kirche, Monika Zeretzke von der PDS und Uwe Schultz von der SPD auch die Wolgaster PDS-Fraktionsvorsitzende Jutta Kleebaum und die dortige Frauenbeauftragte Elke Quandt. Über die konkreten Aktionen bei der Veranstaltung Anfang März wollen sich die Gruppen bei einem weiteren Treffen am 3. Februar verständigen.
Allerdings regte Elke Quandt neben lokalen Demonstrationen und Mahnwachen auch kreisweite Aktionen an. So solle man darüber nachdenken, bei einem Kriegsbeginn ähnlich wie vor einigen Jahren in Wolgast die Peenebrücke auch in Anklam zu besetzen. Jutta Kleebaum schlug überdies vor, auf den Kreisstraßen mit Plakaten ein Zeichen zu setzen. Bereits in den nächsten Wochen wollen die Wolgaster die Anklamer Gruppen mit Stickern und Ballons versorgen, die mit der Friedenstaube bedruckt sind, kündigte Quandt an.
Indes setzte sich die Kreis-SPD bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend gegen einen Irak-Krieg ein. In einem Schreiben an das Bündnis "Bunt statt Braun" kündigte der Kreis-Vorsitzende Wolfgang Abraham die Unterstützung der SPD "für jegliche Aktionen gegen den möglicherweise bevorstehenden Krieg" an.
Nordkurier-Anklam
|
|
25.01.2003
Fast 700 Unterschriften in sechs Stunden - Viele Greifswalder sind gegen Irak-Krieg - Gegen Antikriegsaktionen der NPD
Greifswald (OZ) Am Dienstag dieser Woche hat das Greifswalder Friedensforum begonnen, Unterschriften gegen einen möglichen Krieg im Irak zu sammeln. Binnen sechs Stunden unterschrieben 675 Menschen, sagte gestern Siegfried Lietz. Es kämen viele Leute an die Stände, um zu reden. Vor allem über ihre Ängste, ergänzt Norbert Meyer. Darunter sind junge Menschen, Alte, aber auch Kinder. Und ausländische Studenten.
"Uns geht es darum, die gegenwärtige Politik der Bundesregierung zu unterstützen. Es muss bei einem Nein Deutschlands zum Irak-Krieg bleiben", betont Dr. Mignon Schwenke. Auch wenn mancher meint, was könne eine Kommune da schon ausrichten. "Denen sagen wir", betont sie, "dass Kommunen mindestens finanziell am Krieg beteiligt werden. Und dann spürt ihn auch der Einzelne."
Das Friedensforum, so die drei Vertreter gestern bei ihrem Besuch in der OZ-Lokalredaktion, ist eine überparteiliche, überkonfessionelle Vereinigung, die sich gegründet hat, als seinerzeit Bomben auf Afghanistan fielen. Damals sei man erstmals mit Ständen auf Straßen und Plätze gezogen, habe Mahnwachen gehalten und über 5000 Unterschriften gesammelt, so Siegfried Lietz. Sie wurden dem Bundes- und Landtagspräsidenten übergeben.
Im Vergleich zur damaligen Aktion spüre man jetzt noch mehr Aufgeschlossenheit dem Thema gegenüber. Es kommen wesentlich mehr Leute, sagt Norbert Meyer. Weil das so ist, plant das Friedensforum für Mittwoch eine größere Aktion. Ab 17 Uhr lädt die Evangelische Kirche zu einem ökumenischen Friedensgottesdienst ein. Anschließend ist vorm Rathaus eine Kundgebung geplant. Zurzeit erarbeite man die Rednerliste. Es werden mehrere Leute sprechen. Eingeladen sind alle Menschen, die gegen den Krieg sind. Auch Kinder. Für sie beginnt 17.45 Uhr an der Europakreuzung ein Lampionumzug. Das Greifswalder Friedensforum, das betonte Norbert Meyer gestern , distanziert sich mit seinen Aktionen auch von der rechtsextremen NPD, die zurzeit ebenfalls auf Stimmenfang gegen einen Krieg im Irak ist. Sie sind deutlich antiamerikanistisch geprägt. "Wir sind nicht antiamerikanistisch eingestellt", so Mignon Schwenke, "sondern sagen klar, dass wir gegen die Adminstration und ihre Kriegspläne sind".
Ostseezeitung-Greifswald
|