|
22.01.2003
Brandanschläge in Rostock: Haftstrafen gefordert
Rostock (dpa) Wegen Brandanschlägen auf ein ehemaliges Ausländerheim und asiatische Geschäfte in Rostock-Lichtenhagen im Juli hat die Staatsanwaltschaft für vier junge Männer Haftstrafen zwischen einem Jahr und neun Monaten und vier Jahren und zwei Monaten gefordert.
Staatsanwalt Olrik Popiolek milderte die Anklage ab und ließ den Vorwurf des versuchten Mordes fallen. Die 15- bis 24-Jährigen hätten keinen Tötungsvorsatz gehabt, sagte er gestern vor dem Rostocker Landgericht. Drei Angeklagten warf er aber "dumpfe ausländerfeindliche Einstellung" vor.
Die 15, 16 und 21 Jahre alten Angeklagten gehörten zur Tatzeit der rechten Szene in Rostock an. Den vorbestraften 24-Jährigen und den 15- Jährigen bezeichnete der Staatsanwalt als Mitläufer. Die Angeklagten hatten in der Nacht zum 20. Juli 2002 Brandsätze gegen mehrere asiatische Geschäfte und das "Sonnenblumenhaus" geworfen, das 1992 Schauplatz schwerer ausländerfeindlicher Krawalle war. Alle waren kurz darauf festgenommen worden und hatten die Tat gestanden.
Ostseezeitung
|