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22.01.2003
Eine ganze Stadt für den Frieden - Antikriegsbündnis plant mehr Aktionen in Rostock

Stadtmitte (OZ) Rostock sorgte am Wochenende bundesweit für Schlagzeilen. Spiegel online bis Tagesschau vermeldeten, dass bis zu 5000 Demonstranten gegen einen Krieg im Irak auf die Straße gegangen waren - mehr als irgendwo anders in Deutschland. "Ich habe schon lange nicht mehr so viel Bereitschaft gespürt, sich zu engagieren", sagt Pastor Jens Langer von der Innenstadtgemeinde. "Bei uns ist das genauso", bestätigt Reinhard Knisch vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Sie wollen mit ihren Verbündeten noch mehr dafür tun, dass die deutsche Regierung bei ihrem Nein zum Krieg bleibt und ein solcher verhindert wird.

So soll der Aufruf mit dem Titel "Wir sind uns einig: Nein zum Krieg" mit den Namen aller Unterzeichner auf Plakaten und Postkarten, in Anzeigen auch überregionaler Medien und auf einer langen Stoffbahn, die an der Marienkirche aufgehängt werden könnte, veröffentlicht werden. Mit den mindestens 20 Euro, die jeder Unterzeichner aufs Konto der "Bürgerinitiative für eine solidarische Gesellschaft" einzahlt (Konto-Nummer 7350082, Bankleitzahl 76060561), werden die Aktionen finanziert. "Etwa 100 Unterschriften haben wir bisher", sagt Knisch. Dazu zählen die von Mathias Kleiminger, Superintendent der evangelischen Landeskirche, PDS-Umweltminister Wolfgang Methling, SPD-Bundestagsabgeordneter Christine Lucyga, Maxi Malzahn vom Bündnis 90 und Ruben Cardenas vom Ausländerbeirat Rostock. "Kaum Resonanz gab's bisher von Persönlichkeiten aus dem wirtschaftlichen Leben", kritisiert Langer. Auch diese sind eingeladen, am Montag mit Vertretern von Vereinen, Parteien, Bildungsträgern und anderen Organisationen im Gewerkschaftshaus weitere Aktionen zu besprechen. Titel der Veranstaltung ab 10 Uhr an der August-Bebel-Straße 80: "Ist der Krieg im Irak noch zu verhindern? Was können wir in Rostock dafür tun?"

"Wir haben bereits Ideen", sagt Peter Köppen, einer der Erstunterzeichner des Aufrufs. So könnte für Juden, Moslems, evangelische und katholische Christen ein interreligiöses Friedensgebet veranstaltet werden. Diskutiert werden soll auch, ob am weltweiten Aktionstag gegen den Krieg am 15. Februar Rostocker mit Bussen zur Großveranstaltung nach Berlin fahren oder ob die Hansestadt selbst etwas auf die Beine stellt. Einige Veranstaltungen stehen bereits fest: In der Marienkirche beginnt ab morgen jeden Donnerstag um 16 Uhr ein Friedensgebet. Heute ist Pfarrer Christian Führer, bekannt geworden durch die Friedensgebete 1989 in der Leipziger Nikolaikirche, bei der evangelischen Studentengemeinde in der Petrikirche zu Gast. Er redet und diskutiert mit den Teilnehmern ab 20 Uhr zum Thema "Schwerter zu Pflugscharen - müssen Christen Pazifisten sein?"

Ostseezeitung-Rostock

22.01.2003
Gemeinsam gegen den Krieg - Bereits über 100 Spender unterstützen Rostocker Aufruf - Plakate und Anzeigen geplant

Mehr als 3000 Teilnehmer zählte die große Friedensdemonstation in Innenstadt am Sonnabend. "Es hat in Rostock lange nicht mehr so viel Bereitschaft zum Engagieren gegegeben", sagt Pastor Jens Langer erfreut.

Langer ist Erstunterzeichner des Aufrufs "Wir sind uns einig: Nein zum Krieg!", dem sich unter anderen Vertreter von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen angeschlossen haben (NNN berichteten). Rund 100 Unterzeichner sind inzwischen mit im Boot. 20 Euro muss jeder Unterstützer spenden, mit dem Geld haben die Initiatoren große Pläne, wie sie gestern unterstrichen: "Neben Anzeigen in regionalen und eventuell auch überregionalen Zeitungen, soll unser Aufruf auf Plakate und Postkarten gedruckt werden", erzählt Reinhard Knisch, Regionsvorsitzender des DGB. Dr. Peter Köppen aus der Redaktion "Stadtgespräche", fügt hinzu: "Was uns in Unruhe versetzt hat, ist die große Lethargie der Menschen. Viele haben gesagt, wie gehen am Tag X auf die Straße, wenn der Krieg losgeht." Doch in den Augen der Initiative ist es dann viel zu spät. Lange Transparente mit Auszügen aus dem Aufruf, könnten deshalb schon bald an Rostocks Kirchen hängen. Der Prostest kennt viele Wege. Was aber genau in Rostock in die Tat umgesetzt wird, darüber diskutieren am Montag, 27. Januar, Vertreter von Schulen, Parteien, Kirchen und anderen Einrichtungen bei einer Veranstaltung im Gewerkschaftshaus. Doch die Zeit drängt, denn am 15. Februar sind weltweit Demonstrationen gegen den Krieg geplant, bis dahin sollen die Rostocker Aktionen realisisert sein.

Wer den Aufruf mit unterstützen will, muss 20 Euro auf das Konto der "Bürgerinitiative für eine solidarische Gesellschaft", Kto. 7350082, BLZ 76060561, Acredobank Schwerin einzahlen. Verwendungszweck: Nein zum Krieg, Name, Vorname, Tätigkeit, Wohnort.

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