Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

20.01.2003
Tausende sagten entschieden Nein zum Krieg - Viele blieben zum Friedensfest

Stadtmitte (OZ) Sie waren aus allen Landesteilen gekommen. Allen voran PDS-Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident Wolfgang Methling. Hinter einem straßenbreiten Transparent mit der Aufschrift "Nein zum Krieg" hatte sich zur größten Anti-Kriegsdemonstration seit der Wende die Führungsriege der Veranstalter versammelt: PDS- Landesvorstand, Sozialistische Jugend und Rostocker Friedensbündnis, unterstützt von der SPD.

Schon am Treffpunkt an der Friedenseiche wurde es am Sonnabend eng. Rund 3000 Menschen hatten sich dort eingefunden. Spontan schlossen sich immer mehr Menschen dem Demonstrationszug an. Als der am Kaufhof zum Uniplatz einschwenkte, waren es schon fast 5000 und weitere warteten bereits am Uniplatz.

Als erster sprach Bernd Fritze, der Leiter des ver.di-Landesbüros. Er erhob schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Bush. Der würde, so Fritze, an den UN-Inspektoren vorbei alles für die Vorbereitung eines Krieges tun. Bush würde seine Kriegstreiberei nutzen, um von sozialen Problemen im Land abzulenken.

Minister Methling erklärte: "Kriege sind die größte Gefahr für die Menschheit und alle Bemühungen um Fortschritte in der Welt sind vergeblich, wenn es nicht gelingt, Kriege zu verhindern." Die Landesregierung wolle die Bundesrepublik unterstützen in ihrer Absicht, dass Deutschland sich nicht an einem Krieg im Irak beteiligt.

Der Vorsitzende der Rostocker Jungsozialisten, Christian Reinke, forderte, der US- Kongressabgeordneten Barbara Lee die Rostocker Ehrenbürgerschaft anzutragen. Als Zeichen, dass man die USA nicht insgesamt an den Pranger stelle, sondern nur diejenigen, die die Menschheit in einen Krieg stürzen wollen. Lee, so Reinke, habe durch ihr unbeugsames Engagement gegen die Kriegspolitik ihres Landes international für Aufsehen gesorgt.

Nach Demonstrationsschluss blieben viele noch zum Friedensfest. Beide Veranstaltungen, die von einem geringen Polizeiaufgebot begleitet wurden, verliefen ohne Zwischenfälle.

Ostseezeitung-Rostock

20.01.2003
Die Wiedergeburt der weißen Taube - Tausende Rostocker setzten mit Demonstration ein Zeichen gegen drohenden Irak-Krieg

Die Veranstalter sprachen von 5000 Besuchern, die Polizei zählte 3000 Friedensdemonstraten. Wie auch immer, dicht gedrängt standen die Menschen am Sonnabendvormittag auf demUniversitätsplatz, um gegen einen drohenden Krieg im Irak zu protestieren. Fest umklammert hält in der Menge ein kleines Kind auf den Schultern des Vaters einen blauen Luftballon mit der weißen Taube - das Symbol der Friedensbewegung. Als diese ihre Blütezeit erlebte, war das kleine Mädchen noch nicht einmal geboren. Doch in Rostock erlebte das Symbol gegen Krieg und für den Weltfrieden am Sonnabend in der Hansestadt eine Renaissance, hunderte blaue Luftballons schwebten über der Masse. Bei dem vorangegangenen Demonstrationszug vom Steintor über die Lange Straße zum Universitätsplatz domierten aber vor allem Transparente mit Forderungen wie "Kein Blut für Öl" oder Slogangs wie "Wir erklären dem Krieg den Frieden" oder "Wer mitzündelt am Bushfeuer ist Mordkomplize".

Etwas verhaltener die Reden. "Das Nein zum Krieg ist klar und deutlich. Ich möchte, dass die Soldaten wieder nach Hause fahren und den Wüstensand mit Whiskey runtergurgeln", sagte Reinhard Dankert, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Wolfgang Methling (PDS), Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident, forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, bei seinem Nein zu einer Teilnahme Deutschlands am Irak- Krieg zu bleiben. "Krieg ist kein Weg zum Frieden, auch bei bester Absicht nicht", so Methling. Seine Partei hatte zusammen mit dem Friedensbündnis Rostock zu der Demonstration aufgerufen.

Am Ende setzten die Rostocker auf ihre Weise ein Zeichen für den Frieden: Hunderte blauer Luftballons mit Friedenstauben starteten lautlos in den Himmel und gingen auf die weite Reise mit dem Wind.

Norddeutsche Neueste Nachrichten

20.01.2003
In Rostock protestierten 5000 gegen Krieg - Hunderttausende Kriegsgegner in Deutschland und weltweit gingen am Wochenende auf die Straße - für eine friedliche Lösung des Irak- Konfliktes

OZ-Bild Rostock/Berlin/Washington (dpa/OZ) Bis zu 10 000 Menschen in Deutschland - allein in Rostock 5000 - demonstrierten am Sonnabend gegen einen möglichen Irak-Krieg. Auch in Tübingen, Heidelberg und München fanden Protestaktionen statt.

In Rostock zogen nach Angaben der Veranstalter rund 5000 Menschen im Demonstrationszug durch die Innenstadt zur Kundgebung. Die Polizei sprach von rund 3000 Teilnehmern. Zum Protest aufgerufen hatten die PDS in Mecklenburg-Vorpommern und das Friedensbündnis Rostock. Alle drei PDS- Minister der rot-roten Landesregierung nahmen daran teil. Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf, bei seinem Nein zu einer Teilnahme Deutschlands am Irak-Krieg zu bleiben. Deutschland müsse den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat nutzen, um den Frieden zu erhalten.

Auch unter Deutschlands Christen wächst der Antikriegs-Protest. In fast allen evangelischen und katholischen Gemeinden gibt es Aktionen von Friedensgebeten über Mahnwachen bis zu Schweigemärschen.

Weltweit protestierten Hunderttausende Menschen gegen einen möglichen Irak-Krieg. Allein in der US- Hauptstadt Washington gingen nach Angaben der Organisatoren eine halbe Million Demonstranten auf die Straße. Dort sagte der Bürgerrechtler Jesse Jackson, es gebe keinen Grund, den Irak aufs Korn zu nehmen, wenn die Regierung das Problem mit El Kaida noch nicht im Griff habe und die Probleme im Nahen Osten ignoriere. Auch in anderen Städten wie San Francisco und Tampa protestierten Zehntausende Amerikaner gegen den Kurs ihrer Regierung. US-Präsident George W. Bush sagte, die Proteste zeigten, dass die Amerikaner in einer Demokratie lebten und anders als die Menschen im Irak die Möglichkeit hätten, ihre Meinung zu äußern.

Demonstrationen gab es auch in Großbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, Spanien, Russland, Japan, Syrien und im Libanon.

Ostseezeitung

20.01.2003
"Frieden kostet Mut, Krieg kostet Leben" - Weltweite Proteste gegen Militärschlag - Demonstration in Rostock

Rostock/Washington/Hamburg (dpa) Bei den größten Friedenskundgebungen in den USA seit den Vietnamprotesten haben am Sonnabend Hunderttausende von Amerikanern gegen einen möglichen Irak-Krieg demonstriert. Allein in der Hauptstadt Washington versammelten sich nach Angaben der Organisatoren bis zu 500 000 Demonstranten bei eisiger Kälte.

Der Bürgerrechtler Jesse Jackson erklärte auf der Kundgebung, es gebe keinen Grund, den Irak aufs Korn zu nehmen, wenn die Regierung das Problem mit El Kaida noch nicht im Griff habe und die Probleme im Nahen Osten ignoriere.

Ein Gewerkschaftsführer aus New York warf Bush vor, die Trauer der Amerikaner über die Anschläge vom 11. September ausgenutzt zu haben, um sie auf einen Kriegskurs zu führen.

Mehrere tausend Menschen gingen in Großbritannien und Irland auf die Straße.

Auch in Frankreich demonstrierten nach Polizeiangaben mehrere zehntausend Menschen gegen die Kriegspläne der USA. Mehr als 5000 Menschen fanden sich in Tokio zu einem Konzert für den Frieden zusammen. In Moskau forderten 200 Demonstranten ein Ende der "Aggression gegen Bagdad".

Demonstration durch die Rostocker Innenstadt

Mehrere tausend Gegner eines drohenden Krieges im Irak sind am Sonnabend in Rostock auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter schlossen sich dem Demonstrationszug durch die Innenstadt und der anschließenden Kundgebung rund 5000 Menschen an. Die Polizei sprach von etwa 3000 Teilnehmern.

Zum Protest aufgerufen hatten die PDS in Mecklenburg-Vorpommern und das Friedensbündnis Rostock. Mit Transparenten wie "Schwerter zu Pflugscharen", "Frieden kostet Mut, Krieg kostet Leben" und "Kein Blut für Öl" unterstrichen die Kriegsgegner ihre Forderung nach einer friedlichen Lösung des Irak-Konflikts. Nach der Kundgebung auf dem Universitätsplatz ließen die Demonstranten Luftballons mit Friedenstauben aufsteigen.

Mit Sozialministerin Marianne Linke, Arbeitsminister Helmut Holter und Umweltminister Wolfgang Methling nahmen alle drei PDS-Minister der rot-roten Landesregierung an der Demonstration teil.

Schweriner Volkszeitung

diskutieren? auf ins Forum!