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16.01.2003
Obdachlosentod ist empörend - Offener Brief an Polizeidirektion Stralsund
Stralsund (OZ) Der Tod eines betrunkenen Obdachlosen, den zwei Polizeibeamte vor den Toren Stralsunds aussetzten, ging bundesweit durch die Presse. Dazu nimmt Klaus Lelek aus Usingen in Hessen in einem offenen Brief an die Polizeidirektion Stellung:
Dass ein betrunkener, offenbar alkoholkranker Mann von Polizisten, die eigentlich zu seinem Schutz gerufen wurden, offenbar gezielt dem Kältetod ausgeliefert wurde, ist deshalb so ungeheuerlich und menschenverachtend, weil die Grundlagen jeglichen Menschseins außer Kraft gesetzt wurden. Bisher habe ich immer geglaubt, dass solche Übergriffe nur in schlechten Filmen passieren.
Ich frage Sie, Herr Polizeidirektor, wie ist es möglich, dass tausende von Jahren Humanitäts- und Zivilisationsgeschichte an Ihren Beamten vorbeigegangen sind, ohne Spuren zu hinterlassen?
Sehr überrascht bin ich auch von der Staatsanwaltschaft, dass gegen die beiden Beamten nur wegen Aussetzen einer hilflosen Person und nicht wegen Totschlag in einem besonders schweren Fall ermittelt wird.
Das Verhalten der Beamten ist meiner Meinung nach nicht nur ein interner Betriebsunfall, sondern er spiegelt noch aus DDR-Zeiten überkommene Menschenverachtung wider. Das erschreckende an diesem Fall ist vor allem die Tatsache, dass sie vor dem Hintergrund eines großen gesellschaftlichen Mangels an Grundwerten geschahen.
Ostseezeitung-Stralsund
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