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16.01.2003
Landkreis erhält Aufschub bei Asylbewerberheim - Bis Mitte des Jahres werden Standorte in Neustrelitz geprüft
Neustrelitz. Das Landesamt für Asylangelegenheiten hat dem Landkreis Mecklenburg-Strelitz Aufschub gewährt, einen neuen Standort für ein Asylbewerberheim mit einer Kapazität von 140 Plätzen zu finden. Das teilte der 2. Beigeordnete, Ulrich Fulge, in einem Gespräch mit dem Nordkurier mit. Fulge hatte zuletzt in der vergangenen Woche in der Behörde verhandelt. Die Frist ist bis zum 30. Juni dieses Jahres verlängert worden, die letzte Entscheidung in Mecklenburg-Strelitz hat Landrätin Kathrin Knuth (CDU) zu treffen.
"Wir sind sehr froh über das Entgegenkommen des Landes, können wir doch nun dem Wunsch von Abgeordneten der Kreisstadt und des Landkreises entsprechen, die Standortwahl Hittenkoferstraße in Strelitz-Alt noch einmal zu überprüfen", so Fulge. Seitens des Landesamtes sei allerdings die Vorgabe da, den mit der geplanten Umwandlung des ehemaligen Internates der Landesfinanzschule in ein Asylbewerberheim gesteckten finanziellen Rahmen nicht zu überschreiten.
Genau dieser Umstand bereitet den Planern in der Kreisverwaltung das meiste Kopfzerbrechen, denn der Landkreis kann angesichts seiner prekären Haushaltslage keine zusätzlichen Belastungen verkraften. "Das Objekt Hittenkoferstraße wäre für uns ohne eigene Aufwendungen umzuwandeln gewesen", betonte Fulge. Anders sehe es schon bei dem unter anderem von der Stadt favorisierten Wohnheim am Tiergarten aus, auch eine Liegenschaft des Landkreises. Hier seien zusätzliche Investitionen nötig. Ohne weitere Alternativadressen nennen zu wollen, teilte der 2. Beigeordnete mit, dass auch Standorte geprüft würden, die nicht dem Landkreis gehörten.
Bislang sei aber das Wohnheim in Strelitz-Alt die finanziell günstigste Variante.
Stadt einverstanden
Unterdessen kann mit Einverständnis der Stadt die Container-Anlage an der Penzliner Straße mit derzeit rund 100 Bewohnern vorübergehend weitergenutzt werden. Das im Sondergebiet Krankenhaus-Neubau gelegene Grundstück war von vornherein nur befristet bereitgestellt worden. Das Asylbewerber-Objekt Lindenberg wird unter der Landeskategorie "geduldet" weiterbetrieben, darf aber nicht, wie vom Landkreis ursprünglich vorgesehen, zur Kapazitätserweiterung ausgebaut werden. Die Duldung besteht auch nur so lange, wie Lindenberg seine Busanbindung behält. Laut Landesverordnung vom September 2000 ist den Asylbewerbern die Möglichkeit zu geben, am sozio-kulturellen Leben der Ortschaften teilzunehmen. Heime auf der grünen Wiese sind damit nicht mehr gewollt.
Der Landkreis hat im Auftrag des Landes im Durchschnitt 430 Asylbewerber unterzubringen. Die Kosten für Unterbringung und Betreuung trägt Schwerin.
Nordkurier-Neustrelitz
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