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15.01.2003
Ausstellung über fast vergessenen Terror - Dokumentation zu Jugend-KZ auch in Wolgast

Ostvorpommern (ab). "Wir hatten noch gar nicht angefangen zu leben" - diese Wanderausstellung ist derzeit im Landkreis Ostvorpommern unterwegs. Bis zum 24. Januar ist sie beim Verein "In Via" in Anklam zu sehen und kommt dann nach einer Zwischenstation in Friedland vom 24. bis 28. Februar nach Wolgast, wo sie im alten Rathaus aufgebaut wird. In Anklam haben bereits im Jahr 2000 über 700 Gäste die Dokumentation über die Jugend-Konzentrationslager Moringen und Uckermark besucht. "Aber mittlerweile ist eine Generation nachgewachsen", sagte Eckard Behnke vom Kreis-Jugendamt während der Eröffnung. Er freue sich besonders, dass die Ausstellung diesmal auch nach Wolgast komme.

Initiator ist der Verein "Bunt statt Braun", der dafür mehrere Partner gefunden hat. Vereinsvorsitzender Piet Oltmanns hofft, dass vor allem viele Jugendliche die Ausstellung sehen. Denn hier geht es um das Schicksal Gleichaltriger. Zwischen zehn und 25 Jahren alt waren die jungen Leute, die in diesen Lagern "ihres Namens und ihrer Identität beraubt" wurden, "diffamiert, schwer misshandelt, zur Zwangsarbeit verurteilt. Sie haben Gleichaltrige sterben, elendig verrecken sehen", sagte Martin Ziegenhagen vom Berliner "Verein gegen Vergessen - für Demokratie", der die Wanderausstellung unterstützt.

Nur weil sie nicht angepasst oder homosexuell waren, sich verweigerten oder einfach den Wunsch nach freier Lebensgestaltung hatten, habe man die Jungen und Mädchen in Lagern eingesperrt, die viele Jahre zu den vergessenen Terrorstätten des Regimes zählten. Die meisten Opfer würden bis heute bei Renten- und Entschädigungszahlungen diskriminiert. Die Ausstellung spannt auf 32 Tafeln den Bogen von der Jugend im Nationalsozialismus über die Entstehung der Jugend-KZ und den Lageralltag bis zur jahrzehntelangen Verdrängung.

Nordkurier-Usedom

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