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10.01.2003
Mit "Xenos" ein Korn des Zweifels säen - Tibor Modos vom CJD Teterow, Leiter des Anti-Gewalt- Projekts, zieht eine positive Zwischenbilanz
Teterow (mp). Gegen alle Formen von Gewalt und Intoleranz, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit richtet sich das bis 2004 geförderte EU-Projekt "Xenos", das das Christliche Jugenddorfwerk Teterow, Bereich Berufshilfe, Anfang letzten Jahres startete. Ein Anliegen sei es, Akzeptanz gegenüber allem Fremdartigen zu fördern, erläutert Projektleiter Tibor Modos. Dabei sei die inhaltliche Bandbreite von "Xenos" sehr vielfältig. "Unser Motto ist es offen zu sein, es geht um Gewalt im weiten Sinn. Gerade mit jungen Leuten kommen immer wieder ganz überraschende Gespräche zustande, über Themen, die vorher noch gar nicht geplant waren. Über Satanismus zum Beispiel, oder über Selbstmord, also über die Gewalt, die sich gegen sich selbst richtet", erläutert Tibor Modos.
Mit dem bisherigen Verlauf des Projektes sei er zufrieden, zieht er eine Zwischenbilanz. "Es ist schon sehr viel Positives gelaufen. Ein Höhepunkt war natürlich das Drachenfest, bei dem Jung und Alt gleichermaßen viel Spaß und leuchtende Augen hatten. Wir haben aber auch gemerkt, dass wir ,Xenos` sehr gut in die gesamte CJD- Arbeit einbinden können. Ein Beispiel ist die Future Parade, die zwar nicht über ,Xenos` gelaufen ist, bei der wir uns aber mit eingebracht haben", führt der Projektleiter aus.
Ihm zur Seite steht CJD-Mitarbeiterin Sigrun Kinzel. Gemeinsam nutzen sie die Schulungs- und Bildungsangebote im ABM-Bereich der Berufshilfe Teterow - ein staatlich anerkannter Bildungsträger, den auch andere Beschäftigungsträger für ihre Bildungsbereiche nutzen - um die Inhalte und Ziele des Anti-Gewalt-Projektes zu vermitteln. Gerade bei den jungen Teilnehmern gebe es immer wieder kleinere Erfolge zu verzeichnen, bemerkt Tibor Modos. Etwa bei einem "rechtsorientierten" jungen Mann, der unverhohlen seine Ablehnung gegenüber Ausländern ausgedrückt hatte. Ihm hätten der Projektleiter und die anderen Jugendlichen vor Augen geführt, dass jeder Deutsche in einem anderen Land selbst ein Ausländer ist. "Ich denke, da konnte ein Korn des Zweifels gesät werden", hofft Tibor Modos.
Auch Besuche auf dem jüdischen Friedhof, bei dem sich die jüngeren Exkursions-Teilnehmer wunderten, warum kein Grabstein nach 1945 mehr zu finden ist, sowie im KZ Sachsenhausen fanden im letzten Jahr im Rahmen des "Xenos"-Projektes statt.
Freuen würde sich Tibor Modos über mehr Rücklauf, etwa seitens der Schulen. "Wir stehen jederzeit für Anfragen zur Verfügung, auch bei ganz individuellen Problemen. Außerdem wollen wir noch mehr an Multiplikatoren ran gehen, beispielsweise Lehrer."
Nordkurier-Teterow
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