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04.01.2003
Prozess gegen Lichtenhäger Brandstifter
Rostock (dpa) Ein knappes halbes Jahr nach dem neuerlichen Brandanschlag auf das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen kommen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Vier junge Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren müssen sich vom kommenden Mittwoch an für die Tat sowie für Angriffe gegen Geschäfte von Ausländern verantworten, teilte das Landgericht Rostock mit. Die Anklage lautet auf versuchten Mord, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Drei Angeklagte würden der rechten Szene zugeordnet, hieß es. Zunächst wurden bis zum 24. Januar sieben Verhandlungstage angesetzt.
Das Sonnenblumenhaus im Nordwesten Rostocks war international in die Schlagzeilen geraten, als am 24. August 1992 etwa 400 Rechtsextremisten Brandsätze auf das zum Teil von Vietnamesen bewohnte Ausländerwohnheim warfen. Erst 2002 wurden die letzten Tatbeteiligten vor Gericht gestellt. Das Landgericht Schwerin verurteilte Mitte Juni drei Männer wegen Mordversuchs und schwerer Brandstiftung zu Bewährungsstrafen. Kurz nach dem Urteil war erneut ein Molotow-Cocktail gegen das Gebäude geflogen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten "zumindest billigend den Tod der Bewohner in Kauf genommen". Zur Tatzeit waren 21 Personen im Gebäude.
Ostseezeitung
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04.01.2003
Vier Rechtsextreme vor Gericht - Ab Mittwoch Prozess wegen neuerlicher Brandanschläge in Rostock-Lichtenhagen
Rostock (dpa) Ein knappes halbes Jahr nach dem neuerlichen Brandanschlag auf das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen kommen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Vier junge Männer im Alter von 15 bis 24 Jahren müssen sich von Mittwoch (8. Januar) an für die Tat sowie für Angriffe gegen Geschäfte von Ausländern verantworten, teilte das Landgericht Rostock am gestrigen Freitag mit. Die Anklage lautet auf versuchten Mord, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Drei Angeklagte würden der rechten Szene zugeordnet, hieß es. Zunächst wurden bis zum 24. Januar sieben Verhandlungstage angesetzt.
Das Sonnenblumenhaus im Nordwesten Rostocks war vor zehn Jahren international in die Schlagzeilen geraten, als am 24. August 1992 etwa 400 Rechtsextremisten Brandsätze und Steine auf das zum Teil von Vietnamesen bewohnte Ausländerwohnheim warfen. Tausende Schaulustige hatten damals die schweren Ausschreitungen verfolgt und mit Beifall quittiert.
Sühne erst nach zehn Jahren
Mehr als 100 ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter und ihre deutschen Betreuer konnten sich in letzter Minute über das Dach des Hochhauses vor den Flammen retten. Erst 2002 wurden die letzten Tatbeteiligten vor Gericht gestellt. Das Landgericht Schwerin verurteilte Mitte Juni drei heute etwa 30 Jahre alte Männer wegen Mordversuchs und schwerer Brandstiftung zu Bewährungsstrafen.
Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern
Kurz nach dem Urteil war erneut ein so genannter Molotow-Cocktail gegen das Gebäude geflogen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft haben die Angeklagten "zumindest billigend den Tod der Bewohner in Kauf genommen". Zur Tatzeit seien 21 Personen im Gebäude gewesen. Die Feuerwehr habe den Brand frühzeitig löschen und damit schlimmeres verhindern können. In unterschiedlicher Tatbeteiligung sollen die Angeklagten auch für Angriffe gegen so genannte Asia-Märkte und -Gaststätten verantwortlich sein. Den jungen Männern werde vermutlich auf Grund "erheblichen Alkoholgenusses" verminderte Schuldfähigkeit attestiert.
Innenminister Gottfried Timm (SPD) hatte unmittelbar nach der erneuten Tat die Vermutung geäußert, dass wiederum ein rechtsextremistischer Hintergrund vorliege und die Anschläge scharf verurteilt. Die Polizei hatte sofort eine Sonderermittlungsgruppe gebildet. Rostocks Oberbürgermeister Arno Pöker (SPD) betonte allerdings nach den Brandanschlägen, dass die Hansestadt kein Ort der Ausländerfeindlichkeit sei.
Schweriner Volkszeitung
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