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21.12.2002
Asylbewerberheim bereit für Gäste - Neubau an der Industriestraße in Güstrow gestern übergeben - Bezug Anfang 2003

Das neue Asybewerberheim in Güstrow wurde gestern dem Betreiber übergeben. In den nächsten Wochen werden hier voraussichtlich etwa 75 Flüchtlinge einziehen.

Noch sind sie nicht da, die 32 Asylbewerber aus der Industriestraße. Anfang Januar werden sie umziehen in ihr neues Haus auf der anderen Straßenseite, andere aus ländlichen Gebieten werden dazukommen. Hier hat der Betreiber, die Gesellschaft für kommunale Dienstleistungen Neubrandenburg, alles gerichtet für den Empfang. Gestern war die Übergabe vom Investor an den Landkreis, der seine Pflichtaufgabe gleich weiterreichte. Dafür stellte der Landkreis, der für das Land die Einrichtung zunächst fünf Jahre mietet, ein 3200 Quadratmeter großes Areal auf dem ehemaligen Verkehrshof bereit.

In Raumzellenbauweise ist das neue Haus errichtet, das lässt Variationsmöglichkeiten für eventuelle andere Gesetze und damit womöglich verbundene geänderte Zuweisungen. Sogar ein drittes Geschoss könnte draufgesetzt werden, erläuterte Detlef Pett, Geschäftsführer des investierenden Unternehmens. Das hatte den Komplex fünf Monate früher fertiggestellt als in der Ausschreibung vorgesehen. Deshalb auch sieht es draußen noch etwas trübe aus. Nicht gemeint die Zufahrt Industriestraße, die ein wenig den Anschein mache, als würde man die Asybewerber an den Rand des Ungepflegten drängen - Landrat da Cunha hofft auf Besserung seitens der Stadt. Für die Sicherheit im Haus sorgt eine Wache.

20 Wohneinheiten sind in den Komplex integriert, in drei verschiedenen Größen, jeweils für vier bis sechs Personen. Sechs Quadratmeter stehen jedem Flüchtling in Deutschland zu, sagen Richtlinien, also könnten im neuen Güstrower Asylbewerberheim bis zu 100 Personen Unterschlupf finden. Das Konzept ist deutlich: Vor allem Familien sollen in Güstrow aufgenommen werden. Den Eindruck bestärken die Gemeinschaftsräume - Hausaufgabenzimmer, Spielzimmer, Gebetsraum, Krankenzimmer, Waschmaschinenraum. Pro Etage stehen eine Gemeinschaftsküche und natürlich Sanitärräume zur Verfügung. Dabei wurde sogar an ein Hock-Klo (aus Edelstahl) gedacht, wie es in anderen Regionen dieser Welt üblich ist.

Im Freien freilich muss man tatsächlich auf das Frühjahr als "Fertigstellungstermin" hoffen. Der Bolzplatz und der Kleinkinderspielplatz dagegen werden vermutlich schon bald in lebhaften Beschlag genommen werden.

Eckhard Rosentreter

Schweriner Volkszeitung-Güstrow

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