|
20.12.2002
Rechten Aussteiger brutal verprügelt - Rechtsgerichtete Jugendliche in Güstrow festgenommen
Güstrow (hjk) Vier Jugendliche, die die Polizei zur rechten Szene zuordnet, weil "sie durchaus rechts motiviert" sind, wurden gestern vorläufig festgenommen. Der Grund: Sie hatten gestern und vorgestern einen Aussteiger aus der rechten Szene zusammengeschlagen. Vorgestern gegen fünf Uhr waren es drei Jugendliche, die ihren ehemaligen "Kameraden" ziemlich brutal zurichteten.
Gestern dann noch einmal die gleiche Szenerie: Diesmal lauerten dem 18-Jährigen vier dem rechten Spektrum zugehörende Jugendliche auf und "falteten" ihn regelrecht zusammen. Vermutlich wurde ihm auch ein Arm gebrochen. Außerdem stahlen sie ihm sein Handy. Er wurde jedenfalls so verletzt, dass er im Krankenhaus Güstrow behandelt werden musste. Auch ein von ihm per Handy herbeigerufener Kumpel wurde so geschlagen, dass er ambulant im Krankenhaus versorgt werden musste.
Die Güstrower Kripo nannte gestern gegenüber unserer Zeitung auch ganz klar den Grund für die heftigen Schläge und Tritte. Der junge Mann sei ein Aussteiger aus der Nazi-Szene und das könnten und wollen seine ehemaligen Kameraden nicht verstehen. Die Reaktion: Gewalt.
Die Polizei fasste die Jugendlichen nach einer guten Täterbeschreibung. Einer der mutmaßlichen Täter hatte zum Beispiel eine markante Tätowierung, ein zweiter war der Polizei nach den Hinweisen besonders gut bekannt.
Die 18- bis 21-jährigen Jugendlichen, die die Schläge austeilten, wurden vorläufig festgenommen. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde gegen drei Haftantrag durch die Staatsanwaltschaft gestellt. Der Polizei sind die Jugendlichen u. a. durch andere Gewaltdelikte keine unbeschriebenen Blätter. Zwei Jugendliche saßen bereits auch schon einmal in Haft.
Schweriner Volkszeitung-Güstrow
|