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Auf zwei Rädern Flagge gezeigt
Sternfahrt für Demokratie und Toleranz mit mehr als 300 Bikern
15.05.2006
Lübtheen/Ludwigslust • Mehr als 300 Biker zeigten am Sonnabend Flagge gegen Extremismus und Gewalt - sie waren bei der 6. Sternfahrt für Demokratie und Toleranz dabei, die 175 Kilometer durch den Landkreis führte.
"Das ist wirklich eine tolle Tour, fast wie in Italien." Mit diesen Worten leitete ein Biker seinen "Streckenbericht" von der 6. Sternfahrt für Demokratie und Toleranz ein, den er während der Mittagspause in Hagenow per Handy nach Hause übermittelte. Und auch Lambert Langela von den Motorradfreunden Gemen aus dem Partnerkreis Borken, die bereits zum fünften Mal dabei und bereits am Freitag die rund 450 Kilometer angereist waren, sah das nicht anders: "Es ist eine reizvolle Strecke."
Doch das tritt hinter dem eigentlichen Anliegen der Sternfahrt, die unter Federführung des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz des Landkreises Ludwigslust und des Motorsportclubs Grabow veranstaltet wurde, zurück. "Es geht darum, Flagge zu zeigen gegen Rechtsextremismus, für Toleranz und ein friedliches Miteinander", sagte Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau beim Start. Und Landrat Rolf Christiansen, der wieder auf einem Trike mitfuhr, als denn ein passender Helm gefunden war, ergänzte: "Inhaltliches Anliegen ist es, sich für Gewaltlosigkeit, Toleranz und Demokratie auszusprechen und sich gegen Extremismus von Links und insbesondere Rechts zu wenden." Er erinnerte daran, dass in Lübtheen ein Kreistagsmitglied der NPD wohne, das gerade wegen Körperverletzung bei einer politischen Auseinandersetzung verurteilt worden sei. Insofern sei es genau richtig, die Sternfahrt für Demokratie und Toleranz unter dem Motto "Wir machen mit und zeigen Gesicht" diesmal wieder in der Lindenstadt zu starten. Und da diesmal auch das Wetter mitmachte, waren es schließlich rund 300 chromblitzende Maschinen unterschiedlichster Marken, die die Botschaft lautstark durch den Landkreis trugen.
Ob unterwegs an der Strecke oder bei den Zwischenstopps in Boizenburg, Zarrentin, Hagenow, Groß Rogahn und Grabow - überall begleiteten winkende Menschen die Biker, wurden sie von Bürgermeistern und Einwohnern der Orte herzlich empfangen.
Nach rund 175 Kilometern, die auch den härtesten Bikern einiges abverlangt hatten, kam der Tross am späten Nachmittag in Ludwigslust an, wo die Teilnehmer bei der 12. Messe des Handels- und Gewerbevereins mit Rockmusik begrüßt wurden.
Kathrin Neumann
Schweriner Volkszeitung-Hagenow
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