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19.12.2002
Rassismus-Vorwurf gegen hiesige CDU - PDS-Politiker geht mit Asyl-Kritikern ins Gericht
Anklam/Ostvorpommern (sd). In der Debatte um die Einrichtung eines Asylbewerberheims in der ehemaligen Anklamer Kriegsschule geht der PDS-Stadtvertreter Nico Lamprecht mit den Kritikern und vor allem mit der örtlichen CDU hart ins Gericht: "Ein rassistischer Grundkonsens scheint bei vielen Kommunalpolitikern gang und gäbe zu sein", meldet sich Lamprecht zu Wort.
Anlass für seine harschen Vorwürfe ist zum einen die Resolution der Anklamer Christdemokraten gegen das Heim und der vom Ortsvorsitzenden Karl-Dieter Lehrkamp formulierte Eindruck, der Kreis wolle Anklam "mit Asylbewerbern überfrachten". Zum anderen kritisiert Lamprecht - zugleich Mitglied im Kreisvorstand der PDS - die Initiatoren einer Unterschriftensammlung gegen das Heim. Wie berichtet, hatte Mit-Organisator Edwin Hübner bei der Stadtvertretersitzung vor einer Woche 1200 Unterschriften gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Friedländer Landstraße übergeben. In der Diskussion "fehlt mir der Blick auf das Schicksal der Betroffenen", meint Lamprecht. "Vorurteile können nur durch Integration abgebaut werden, nicht aber durch Hass und Schüren von Ängsten", hält er den Kritikern entgegen und gibt zu bedenken: "Es handelt sich immer noch um Menschen."
Zugleich erinnert der PDS-Kommunalpolitiker an die Vorgänge im Frühjahr in Ducherow, als es um die Einrichtung eines Asylbewerberheims im ehemaligen Hotel "Domitel" ging. Er zitiert dabei aus einem "Antifaschistischen Infoblatt", wonach sich bei einer dortigen Ein- wohnerversammlung "eine unheilige Allianz aus rassistischem Bürgermob, um ihre Posten und Wahlchancen fürchtenden Kommunalpolitikern und Neonazis" gebildet habe. Ähnliche Entwicklungen sieht Lamprecht nun auch in Anklam: "Ja, manche ,Demokraten' lernen von Ducherow."
Nordkurier-Anklam
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