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12.12.2002
Polizeichef: Präventionsrat ist kein "Quasselverein" - Haushaltsdiskussion überlagert inhaltliche Arbeit des Wolgaster Gremiums
Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Quosdorf
Wolgast. Im dritten Jahr seines Bestehens hat sich der Wolgaster Präventionsrat zu einem nicht mehr wegdenkbaren Aktivposten in der Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Tendenzen und Kriminalität in der Stadt gemausert. Auch der Chef des Polizeireviers Wolgast, Frank Möller, bescheinigt dem Gremium, alles andere als ein "Quasselverein" zu sein. Zwar seien die Ergebnisse schwerlich in Zahlen messbar, insgesamt sei jedoch auch 2002 ein Rückgang der Straftaten im Bereich nachweisbar.
Zu den bedeutendsten Vorhaben, die in diesem Jahr auf das Konto des Wolgaster Präventionsrates gehen, gehört die Wanderausstellung "Anne Frank - Eine Geschichte für heute", die im Sommer einen Monat lang im historischen Rathaus zu sehen war. In dieser Zeit nutzten 52 Schulklassen mit rund 1600 Schülern die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel unserer Geschichte.
Auswirkungen befürchtet
Neben Themen, die in der Arbeit des Präventionsrates immer wieder eine Rolle spielen - zum Beispiel die Integration der Aussiedler -, gibt es einige Veranstaltungen, die mittlerweile bereits zur Selbstverständlichkeit geworden sind, wie der Abendsport in der Großsporthalle oder die Ferienspektakel. In diese Aufzählung gehört unbedingt das Engagement der Vereine für die Jugendarbeit - von 28 Wolgaster Sportvereinen haben immerhin 16 Nachwuchsabteilungen mit rund 550 Mitgliedern -, die Schulsozialarbeit oder die Tätigkeit der Streetworker.
Einen Arbeitsplan für 2002 hat der Präventionsrat bisher allerdings noch nicht, denn auch seine Tätigkeit wird von der gegenwärtigen Haushaltsdiskussion überlagert, bestätigte Kulturamtsleiterin Gisela Kretschmer, die die operative Arbeit koordiniert. Zwar hat das Gremium eigentlich gar keine "Hausnummer" im städtischen Etat - aber da die Tätigkeit aus verschiedenen Quellen finanziert wird, seien Auswirkungen nicht auszuschließen. "Ich hoffe aber nicht, dass es im nächsten Jahr weniger Aktivitäten werden", meinte Kretschmer. Denn: "Sobald wir in unseren Bemühungen nachlassen, eine kontinuierliche Präventionsarbeit zu leisten, Aufklärungs- und Freizeitangebote reduzieren, werden sich andere Kräfte um die Köpfe unserer Kinder bemühen", befürchtet sie und erinnert beispielsweise an die Demo einer NPD-nahen "Schülerinitiative" im Januar.
Nordkurier-Usedom
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