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12.12.2002
Arabisches Zelt lädt alle zu einem Besuch ein - Neuer Rostocker Verein möchte Integration fördern

Gespannt blickt die Welt auf den Irak. Kommt es zum Krieg oder nicht, fragen sich auch die Rostocker in diesen Tagen. Nicht erst seit dem 11. September 2001 möchten viele mehr erfahren über arabische Länder. "Dieser Tag hat uns die Augen geöffnet", sagt Hikmat Al-Sabty. Gemeinsam mit anderen gründete er jetzt den Verein "Das arabische Zelt".

Der Dolmetscher für die arabische Sprache arbeitet seit fünf Jahren im Rostocker Ausländerbeirat mit. Auch von dort kamen immer wieder Fragen, beispielsweise aus Schulen, an. Deshalb taten sich sieben Gründungsmitglieder zusammen. Sie möchten einen Beitrag leisten, um das Zusammenleben von Deutschen und Arabern zu verbessern, über kulturelle, politische und wirtschaftliche Entwicklungen zu informieren, berichtet der Iraker Hikmat Al-Sabty, der sich nicht nur in Rostock auch einen Namen als Sänger gemacht hat.

Gerade aus seiner Heimat kommen in jüngster Zeit viele Flüchtlinge, die hier Asyl suchen. Auch um sie möchte sich der neue Verein kümmern. Hikmat Al-Sabty schätzt, dass in der Region etwa 500 Männer, Frauen und Kinder leben, die ihre Wurzeln in den arabischen Ländern haben. Al-Sabty hofft, dass unter dem Zeltdach aber auch möglichst viele Deutsche Platz nehmen. "Darauf legen wir großen Wert."

Geplant sind für das kommende Jahr bereits eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Arabische Kulturtage beispielsweise, ein Seminar über Entwicklungpolitik in der arabischen Welt, auch Vorträge zu aktuellen politischen Themen. Hikmat Al-Sabty kann sich durchaus vorstellen, dass der Verein auch hilft, wenn es um wirtschaftliche Kontakte geht.

Neben möglichst vielen neuen Mitgliedern wünscht sich Hikmat Al-Sabty auch Sponsoren und Unterstützung aus den Ämtern, wohl wissend, dass es für einen neuen Verein in diesen Tagen nicht leicht ist, an die kleiner werdenden Fördertöpfe zu kommen. Zu finden ist das arabische Zelt vorübergehend im Waldemarhof, im Büro des Lateinamerika-Vereins Talide. Hikmat Al-Sabty lädt alle Interessenten ein, dort mal vorbei zu schauen oder unter Telefon 459 10 01 eine Nachricht für ihn zu hinterlassen.

Thomas Niebuhr

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