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11.12.2002
Gewerkschaft fürchtet um innere Sicherheit - Kritik an Aus für Bereitschaftspolizei in Anklam - Angeblich lange gegen Rechts aktiv gewesen
Ostvorpommern (ab). "Hier steht die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel." Die gestern verkündete Entscheidung des Innenministeriums, den Anklamer Standort der Bereitschaftspolizei aufzulösen und die Beamten zu verteilen, stößt bei Lutz Heise, Vorstandsmitglied in der Gewerkschaft der Polizei (GdP), auf Unverständnis. Heise gehört selbst zur Bereitschaftspolizei in Anklam. Er und seine Kollegen - momentan sind 65 Beamte am Standort beschäftigt - machen sich "echte Sorgen", dass die Präsenz der Polizei "den Bach runtergeht".
Der Argumentation des Ministeriums, dass der Standort aufgegeben wird, weil die Anklamer Bereitschaftspolizisten zu mehr als 70 Prozent ihrer Einsätze in die Bereiche Rostock und Schwerin ausrücken mussten, kann Lutz Heise nicht folgen. "Das ist eine Entscheidung, die nur auf Zahlen beruht, aber das, was hier wahrhaft geleistet wird, spielt dabei überhaupt keine Rolle", meint er.
Die Bereitschaftspolizei sei Mitte der 90-er Jahre nicht umsonst in Anklam stationiert worden. "Damals war die Situation brisant, vor allem, was Rechtsradikalismus oder die Verkehrslage angeht. Das hat sich durch unsere Präsenz beruhigt. Aber das wird wieder unsicher, wenn wir weg sind", befürchtet er.
Daran könne auch die Tatsache nichts ändern, dass mit der Auflösung die "Einsatzzüge besondere Lagen" der Polizeidirektionen Anklam, Stralsund und Neubrandenburg über 40 Stellen zusätzlich erhalten. "Diese Verstärkung kann nie eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei aufwiegen", betont Heise. 50 Prozent des Personals hat nach seinen Angaben den Bäderdienst übernommen. Außerdem zählt er das Absichern von Veranstaltungen, Kriminalitätsprävention, Verkehrskontrollen und eben das "Runterhalten der rechten Szene" zu den Aufgaben in der Region.
Nordkurier-Anklam
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