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10.12.2002
Anklamer CDU gegen Flüchtlinge in Kriegsschule - Lehrkamp: Stadt wird mit Asylbewerbern "überfrachtet" - Kreistag beschließt Verhandlungen mit GWA
Anklam (as). Der Anklamer CDU-Ortsverband wendet sich gegen die Pläne der Kreisverwaltung und der Anklamer GWA, die einstige Kriegsschule als Asylbewerberheim zu nutzen. "Wir tragen das politisch nicht mit", sagte gestern der Ortsvorsitzende Karl-Dieter Lehrkamp gegenüber AZ. Man habe großes Verständnis für das Bemühen der GWA, das Gebäude einer Nutzung zuzuführen, so Lehrkamp. Doch sehe die Anklamer CDU auch den Versuch des Kreises, "Anklam mit Asylbewerbern zu überfrachten", so Lehrkamp. Zudem schenke die Anklamer CDU dem Versprechen der Kreisverwaltung keinen großen Glauben, es bei nur zwei Etagen in der Kriegsschule zu belassen. Sollten die Kapazitäten im Kreis künftig wieder knapp werden, dann sei wohl klar, dass die dritte hinzu komme. "Eine derartige Konzentration in der Südstadt führt unweigerlich zu Konflikten mit der Bevölkerung", prognostizierte Lehrkamp. Die Stadt habe in jüngster Zeit viele Spätaussiedler aufgenommen, so dass man nun "Angst vor Überfrachtung" habe, sagte er. Lehrkamp plädiert für die Unterbringung der Flüchtlinge in kleineren Heimen, "möglichst getrennt nach ethnischen Gruppen", um Probleme unter den Asylbewerbern selbst zu vermeiden.
Unterdessen beschlossen die Kreistagsabgeordneten gestern Abend, die Vertragsverhandlungen mit der GWA zur Schaffung eines Asylbewerberheims aufzunehmen. Zuvor scheiterte ein SPD-Antrag, die Gespräche wenigstens so lange zurückzustellen, bis in Anklam selbst ein politischer Konsens zu dem Thema bestehe.
Nordkurier-Anklam
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