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10.12.2002
Keine Entwarnung im Kampf gegen Rechts - Der Ausländerhass unter Schülern ist zurückgegangen - Experten setzen auf Civitas-Tagung in Schwerin weiterhin auf Prävention
Schwerin (dpa) Trotz gesunkener Akzeptanz für fremdenfeindliche Einstellungen unter Jugendlichen in Mecklenburg- Vorpommern sehen Experten noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Ergebnisse einer vor rund zwei Wochen in Rostock präsentierten Studie seien zwar erfreulich. Sie spiegelten jedoch nur einen Teil der Wirklichkeit wider, sagte die Politologin Gudrun Heinrich von der Universität Rostock gestern in Schwerin auf der Fachkonferenz "Rechtsextremismus als Herausforderung für Mecklenburg-Vorpommern".
"Fremdenfeindlichkeit kommt aus der Mitte der Gesellschaft", sagte Heinrich. Trotz rückläufiger Tendenz seien die Zahlen immer noch zu hoch und im Vergleich zu den alten Bundesländern alarmierend. Deshalb müssten die Anstrengungen im Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit fortgesetzt werden. "Wir müssen weitere finanzielle Unterstützung einfordern", sagte die Rostocker Politologin.
Der Befragung unter 724 Schülern in den neunten Klassen der Hansestadt Greifswald zufolge ist die Zahl der Jugendlichen mit extrem fremdenfeindlichen Einstellungen seit 1998 von 20 auf zehn Prozent zurückgegangen. Auch die moderate Zustimmung sank von 46,3 auf 29,9 Prozent. Grund für diese Entwicklung sei die erfolgreiche Präventionsarbeit der vergangenen Jahre und ein "Wandel des Zeitgeistes".
Auf dem zweitägigen Symposium in Schwerin beraten etwa 100 Akteure der vom Bund geförderten Civitas- und Xenos-Projekte gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit mit Wissenschaftlern und Politikern. Unter anderem geht es um Maßnahmen im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewaltbereitschaft.
Für heute steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, zu der auch Sozialministerin Marianne Linke (PDS) erwartet wird. Im Rahmen des Landespräventionsrates fördert das Land in diesem Jahr laut Innenministerium 40 Projekte gegen Rechtsextremismus mit 110 000 Euro.
Ostseezeitung
Bild: Rechtsextreme Jugendliche während einer Kundgebung in Rostock-Toitenwinkel.
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