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10.12.2002
Umzug in das neue Asylheim - Aus Drüsewitz nach Bad Doberan

Bad Doberan. Der Landkreis Bad Doberan hat ein neues Asylbewerberheim. In der nächsten Woche ziehen die Bewohner des Hauses in Drüsewitz in die Kreisstadt um. Lange hat der Landkreis nach einem neuen Standort gesucht. Eine kreisweite Ausschreibung und Bauvoranfragen blieben lange Zeit ohne Erfolg. Gemeinden hatten ihr Einvernehmen zum Bau einer solchen Einrichtung sogar verweigert (SVZ berichtete). Am Ende fand man einen Bauplatz an der Umgehungsstraße in Bad Doberan. Betreiber ist auch hier die Firma M+S Mecklenburg und Schleswig-Holstein GmbH, die auch die anderen Heime im Landkreis betreibt und viele weitere in unserem und anderen Bundesländern.

In den letzten Monaten ist in Bad Doberan ein modernes Asylbewerberheim entstanden. "Es gibt Zwei- und Viermannzimmer, einen Sportraum, Gemeinschaftsräume, ein Hausaufgaben- und ein Spielzimmer", berichtet Monika Stieler, Leiterin des Kreis-Sozialamtes. Jeweils 20 Bewohner teilen sich einen Sanitärtrakt und eine Küche. Bisher gab es für alle Bewohner des Heimes (160 Plätze) nur eine einzige Küche. Das Heim in Drüsewitz wird jetzt geschlossen. Ein neues Gesetz fordert das. Denn die Gebäude liegen weit außerhalb der nächsten Ortschaft. "Mitten im Wald - ein altes Armeeobjekt", erklärt Axel Greshake, Mitarbeiter im Büro für Ausländerangelegenheiten der Doberaner Kreisverwaltung. Und das darf laut einer neuen Landesverordnung nicht mehr so sein. Die Heime sollen vielmehr in Nachbarschaft zu Wohngebieten liegen. Der Landkreis betreibt zurzeit noch zwei weitere Heime in Retschow und Kühlungsborn mit insgesamt 146 Plätzen. Das Heim in Drüsewitz ist für 160 Asylbewerber ausgelegt. "So viele sind meist aber gar nicht da", erklärt Axel Greshake. Denn nicht alle dort gemeldeten Ausländer würden auch im Heim leben, sondern kämen lediglich am Zahltag in die Einrichtungen. Proteste gegen den Bau eines Asylbewerberheimes flammten in diesem Sommer auch in Bad Doberan kurz auf. Eine anonyme Flugblattaktion habe es gegeben, berichtet Axel Greshake. Jetzt sei es aber ruhig. Asylbewerber aus rund 15 Nationen leben zurzeit im Landkreis Bad Doberan. Am stärksten vertreten sind Menschen aus der Türkei, aus Armenien, Vietnam und Ex-Jugoslawien, weiß Axel Greshake.

Claudia Röhr

Schweriner Volkszeitung-Bützow

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