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09.12.2002
Schill erntet Widerspruch in MV - Landesparteitag entrüstet über Vorschlag, Moskauer Gas einzusetzen

Güstrow (dpa) Die Idee des Hamburger Innensenators Ronald Schill, das beim Moskauer Geiseldrama eingesetzte Gas auch in Deutschland zu verwenden, stößt in der eigenen Partei auf Widerstand. Auf einem Landesparteitag am Sonnabend in Güstrow sprachen die Delegierten von einem "Bärendienst", den Schill der Partei erwiesen habe.

Landesvorsitzender Helmut Schmidt sagte entrüstet, die Basis denke anders. Der Vorschlag sei keine gute Vorlage für die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen.

"Mit dem Gas sind unschuldige Menschen getötet worden, da gibt es gar keine Überlegung", sagte Schmidt. Der Parteigründer und Bundesvorsitzende müsse deshalb auf dem Bundesparteitag im Februar in Kassel noch einmal mit Kritik rechnen.

In einer Bilanz bezeichnete Schmidt das Ergebnis von 1,7 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl als Niederlage. Die Partei habe mit dem Thema innere Sicherheit nicht punkten können. Gründe seien innerparteiliche Streitigkeiten und fehlendes Geld gewesen. Von der Bundespartei sei man allein gelassen worden. Zudem müsse die Schill-Partei nach Hamburg "sehr bald" in ein weiteres Landesparlament einziehen, sonst sei ihr Schicksal besiegelt.

In Mecklenburg-Vorpommern will die Schill-Partei in zwei Jahren den Einzug in die Kommunalparlamente schaffen. Nach eigenen Angaben hat sie derzeit landesweit 350 Mitglieder.

Schweriner Volkszeitung-Güstrow

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