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09.12.2002
Jugendlichen wurde Einreise ins klex verwehrt - Aufenthalt in Greifswalder Jugendclub bei "Asylspiel" schwierig
Innenstadt (OZ) Mal schnell 'nen Kaffee trinken? Nicht möglich war das am Samstagnachmittag im klex. Neuankömmlinge wurden nicht wie gewöhnlich mit einem Lächeln begrüßt, sondern argwöhnisch beäugt. Grenzbeamte stellten sich ihnen in den Weg. "Was wollen Sie hier?", fragten sie im barschen Ton. Mitarbeiter des Jugendzentrums waren das, die an diesem Tag plötzlich zu Beamten wurden. Sie spielten ihren Part beim "Asylspiel". In diesem fanden sich Jugendliche in der Rolle eines Asylsuchenden wieder, der ins "Land", sprich klex, einreisen möchte. Doch wer das wollte, der musste Asyl beantragen und die Gründe dafür angeben, warum er gedachte, zu kommen. Erst anerkannte Asylanten konnten sich dauerhaft im klex aufhalten und in Ruhe einen Kaffee trinken.
Doch bis dahin war es ein langer Weg. Die Jugendlichen mussten sich von den Grenzbeamten zunächst eine "vorläufige Aufenthaltsgenehmigung" ausstellen lassen und anschließend einen Fragebogen zum Antrag bei der Asylbehörde ausfüllen. Diese war sehr kritisch. Flucht vor dem "Kälteregime" oder aber der Wunsch, in dem "Staat" etwas Vernünftiges essen zu wollen, reichten für eine Genehmigung nicht aus. Einer hatte alle Chancen auf Asyl verspielt, als herauskam, dass er über ein sicheres Drittland, die Altstadt, eingereist war. Da konnte selbst Rechtsanwalt Herr Gnadenlos, der den Antragstellern bei der Formulierung ihrer Widersprüche half, nichts mehr ausrichten.
War alles also nur ein Spaß? "Ein gesellschaftsrelevantes Thema soll so aufgegriffen werden, dass Jugendliche Lust haben, sich mit diesem auseinanderzusetzen", widerspricht der Spielpädagoge und Sozialarbeiter Ralf Brinkhoff, der das Spiel entwickelt hat. Und nicht nur die Jugendlichen kamen ins Grübeln, sondern auch die drei Damen von der Asylbehörde: Als Europäer hätten sie es häufig einfacher als andere Staatsbürger, gab eine zu bedenken.
KERSTIN HEBELER
Ostseezeitung-Greifswald
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