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06.12.2002
Lehrer war bereits als Extremist bekannt - Ministerium: kein V-Mann des Geheimdienstes - Neonazi-Lehrer aus Wismar war in DVU aktiv

Schwerin (vo) Der Neuklosteraner Gymnasiallehrer Guido S., der sich wegen Beihilfe zur schweren Brandstiftung gegen einen Asia-Imbiss in Untersuchungshaft befindet, ist bereits früher wegen rechtsextremer Aktivitäten aufgefallen. Wie unsere Zeitung aus Geheimdienstquellen erfuhr, wird der 36-Jährige seit längerem im Nachrichtendienstlichen Erkennungssystem (NADIS) des Verfassungsschutzes geführt. Den Informationen zufolge soll der Musiklehrer früher in Krefeld als Aktivist der DVU ins Visier des Verfassungsschutzes von Nordrhein-Westfalen geraten sein.

Eine Anwerbung oder Zusammenarbeit zwischen Guido S. und dem Düsseldorfer Geheimdienst hat es aber offensichtlich nicht gegeben. "Wir betonen, dass Herr S. zu keinem Zeitpunkt als Quelle oder Vertrauensperson für unseren Verfassungsschutz gearbeitet hat", bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums in Düsseldorf auf Anfrage.

Das Schweriner Bildungsministerium wusste bei der Einstellung von Guido S. in den Schuldienst des Landes vor eineinhalb Jahren offenbar nichts von dessen politischer Vergangenheit. "Das polizeiliche Führungszeugnis war in Ordnung, weitere Gründe gegen eine Einstellung waren nicht ersichtlich", so eine Ministeriumssprecherin.

Dem Lehrer wird vorgeworfen, zwei 18-Jährige im November zu einem Brandanschlag auf einen vietnamesischen Imbiss in Wismar geholfen zu haben (wir berichteten). Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden ein Hitler-Porträt, eine Hakenkreuzfahne und rechtsextreme Schriften gefunden.

Schweriner Volkszeitung

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