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30.11.2002
Wahrheiten statt negativer Schlagzeilen - 17 Lassaner Schüler drehten eindrucksvollen Film über ihre Heimatstadt
Lassan (OZ) Gedreht haben den 40-minütigen Streifen 17 Schüler der 9. Klasse der Regionalen Schule unter Anleitung des Landesfilmzentrums und mit Unterstützung eines Vereins und natürlich der Schule. Aber an der Kamera, am Computer und am Schneidetisch standen und saßen die Lassaner Mädchen und Jungen selbst. Sie schrieben auch das Drehbuch, führten Interviews und verfassten die Kommentare.
"Wir waren erstaunt, wie stolz die jungen Leute auf ihre Heimatstadt sind", berichtete Konflikttrainerin Ursula Heldt vom Verein "Horizonte", der das Projekt begleitet hatte. Gleichen Lobes voll waren auch Regisseur Heinz Brinkmann und Kameramann Udo Bress. Beide hatten in fachlicher Hinsicht den Jugendlichen erste Kenntnisse vermittelt und ihnen gezeigt, wie viel Spaß das Filmen machen kann.
Gezeigt wurden nicht nus das alte, erhalten gebliebene Stadtzentrum, schmucke und idyllische Straßen und Häuser, sondern vor allem die dort lebenden Menschen mit ihrer Arbeit, ihren Ansichten, Problemen und Wünschen. Unter ihnen die Hebamme Kramell, die 38 Jahre lang ihren Beruf vor Ort ausübte, der Lehrer Busch, der 40 Jahre in Lassan unterrichtete, der Werftbesitzer Menge, der den ältesten Handwerksbetrieb der Stadt leitet, der junge Mostereichef Nowack, der seit drei Jahren vergeblich einen Lehrling sucht. Aber auch Pastor Graffam, der stellvertretende Bürgermeister Köppen, junge und alte Leute auf der Straße, der Inhaber einer Kfz-Werkstatt und der Geschäftsführer der Fisch-Großhandelsfirma wurden vor die Kamera gebracht.
"Ganz normale Leute, ganz ohne braunen Hintergrund", stellten die Zuschauer fest. "Eben so, wie wir sie kennen." Empfohlen wurde, den Film, der nicht nur die Stadt wieder ins richtige Licht rückt, sondern auch viel Neues bringt, auch in den Stadtfernsehprogrammen von Uecker-Randow, Wolgast und Anklam zu zeigen.
Über einen weiteren Aspekt des Filmemachens in Lassan berichtete eine Dokumentation unmittelbar vor der Aufführung des Schüler-Videos. Vor dem Hintergrund von Ausgrenzung, Intoleranz und Gewalt lernten die Schüler neben der Beherrschung von Video- und Computertechnik mit Konfliktsituationen umzugehen, zu sich selbst zu finden und mehr Selbstbewusstsein zu zeigen. Für einen Start ins Berufsleben gerade das Richtige, was letztlich auch mit einem gelungenen Bewerbungsvideo dokumentiert wurde.
GERHARD PRIDÖHL
Ostseezeitung-Wolgast
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