|
29.11.2002
Studenten kämpfen für die Uni - Rund 350 Demonstranten zogen gestern in Rostock durch die Kröpeliner Straße
Stadtmitte (OZ) "Wir kämpfen für die Universität und damit auch für die Stadt." So rechtfertigt Steffen Freiberg, Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität Rostock den gestern durchgeführten Protestmarsch. Dieser führte die rund 350 Teilnehmer vom Hauptgebäude der Universität zum Neuen Markt und zurück. Beschlossen hatte diesen Protest die am Donnerstag der vorigen Woche in der Südstadtmensa abgehaltene Vollversammlung der Rostocker Studenten.
Für die nächsten Tage kündigte der AStA eine Ausweitung der Proteste an. So soll eine schon stattfindende Plakataktion ausgedehnt werden, um möglichst viele Rostocker für die Sorgen der Studenten ihrer Stadt zu sensibilisieren. Ebenso sollen mobile Vorlesungen und Seminare im Öffentlichen Personennahverkehr abgehalten werden, um auf die Raumnot der Universität aufmerksam zu machen. So stoßen vor allem die Philosophische und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät an ihre räumlichen Grenzen.
Anlass für die Proteste seien laut AStA auch die Pläne der Landesregierung, an der Rostocker Universität mindestens 140 Stellen wegfallen zu lassen. Außerdem solle der Etat der Universitätsbibliothek um ganze 65 Prozent gesenkt werden. Dies habe zur Folge, dass sowohl der Bücherbestand als auch der Bestand an regelmäßig erscheinenden Fachzeitschriften nicht auf dem neuesten Stand gehalten werden könne.
"Überhaupt", so der Sprecher der Protestaktionen Steffen Bockhahn, sei die Universität "unterfinanziert." "Dabei", so Bockhahn weiter, "geht die Landesregierung von völlig untertrieben Schätzungen hinsichtlich der zukünftigen Studierendenzahlen aus. Für mich ist das ein klassisches Gesundsparen durch ausschließlich rechneri-sche Mittel. In der Hochschulpolitik müssen aber auch andere Gesichtspunkte berücksichtigt werden."
Wegen der Wichtigkeit ihres Anliegens suchen die Studenten den Schulterschluss mit der Bürgerschaft, dem Oberbürgermeister und der Wirtschaft. Schließlich müsse die Qualität des Studiums in Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpomern auch zukünftig erhalten bleiben. Auch wenn sie dann schon selbst lange mit ihrem Studium fertig sind.
STEFAN KNÜPPEL
Ostseezeitung-Rostock
|