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26.11.2002
Widerstand in Anklam gegen Flüchtlingsheim-Pläne - Kreistags-Abgeordnete bezeichnen favorisierte Kriegsschul-Nutzung als unsensibel
Anklam (sd). Gegen die Pläne des Kreises, in der einstigen Kriegsschule in Anklam Asylbewerber unterzubringen, regt sich Widerstand: "Unsensibel" nannten jetzt zwei Kreistagsabgeordnete der CDU das Vorhaben. "Ausgerechnet an einer Hauptverkehrsstraße und ausgerechnet in unmittelbarer Nähe zur Südstadt als dem sozialen Brennpunkt Anklams", sei ein Heim "völlig deplatziert", meinen die Parlamentarier, die "vorerst noch" namentlich ungenannt bleiben wollen.
Edwin Hübner, der Inhaber der unmittelbar benachbarten Diskothek "Club", spricht sich unterdessen mit denselben Argumenten ebenfalls gegen die Heimpläne aus. "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man damit einen Brennpunkt schaffen würde", sagte er gestern auf Nachfrage und nimmt für sich in Anspruch, dass "wir das Ohr an der Masse haben".
Er verstehe zwar, dass "aus der Kriegsschule was gemacht werden soll" und dass für Asylbewerber ein neues Heim als Ersatz für die Unterkunft in der alten Möbelfabrik geschaffen werden muss. Aber Hübner lässt keinen Zweifel daran, "dass ich den Standort in der Friedländer Landstraße für ungeeignet halte". In einem Telefongespräch habe er bereits Bürgermeister Michael Galander (parteilos) über seine Bedenken informiert; nun möchte er auch mit den anderen beteiligten Gremien sprechen, kündigte er an. Eine Unterschriftensammlung, über deren Vorbereitung in Anklam bereits spekuliert wird, sei für ihn erst das letzte Mittel, sagte der "Club"-Chef gestern auf Nachfrage.
Dagegen hatte der bisherige Vize-Landrat Gerwald Meesmann mehrfach deutlich gemacht, dass die Kreisverwaltung keine Alternative zur Unterbringung von Asylbewerbern in der alten Kriegsschule in Anklam sowie in einem früheren Verwaltungsgebäude der Wolgaster Peene-Werft sieht. Eine vom Kreis ursprünglich in Erwägung gezogene Belegung des einstigen Hotels "Domitel" in Ducherow mit Flüchtlingen war zunächst auf den heftigen Widerstand von großen Teilen der Ducherower Bevölkerung gestoßen. Inzwischen scheidet aber auch eine zwangsweise Umnutzung des "Domitel" aus: Wie berichtet, will eine Investorengemeinschaft das Hotel in Ducherow abbauen und in Koserow als Motel wieder errichten.
Nordkurier-Anklam
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