|
22.11.2002
Ansprechstelle für Ausländer nur ehrenamtlich besetzt - Proteste von Betroffenen und Sozialeinrichtungen beim Kreistag Güstrow
Güstrow (cm). Nach dem Ausscheiden der Ausländerbeauftragten des Landkreises Güstrow, Erdmute Schaecke, zum Jahresende wird die Gleichstellungsbeauftragte Roswitha Dargus diesen Arbeitsbereich mit übernehmen. Diesen Auftrag habe sie von Landrat Lutz da Cunha erhalten, informierte Frau Dargus auf dem letzten Kreistag. Als eine Auswirkung kündigte sie an, dass es "Abstriche in beiden Bereichen" geben werde. Die Weichen für diese Regelung hatte der Kreistag im März 2000 gestellt. Damals war vor dem Hintergrund weiterer Personaleinsparungen der Passus "hauptamtlich" für diese Stelle gestrichen worden. In der Zwischenzeit sind bei der Kreistagspräsidentin zahlreiche Unterschrifte nsammlungen von Ausländern eingegangen, die gegen den Wegfall der Stelle protestieren. "Für uns ist die Ausländerbeauftragte ein unverzichtbarer Ansprechpartner für viele Probleme, die uns im Alltag bewegen", heißt es darin. Die Vermittlung von Frau Schaecke zwischen den Ausländern und den Behörden habe nicht selten unüberwindbar scheinende Probleme lösen helfen und vermieden, dass Situationen eskalierten. Nachdrücklich setzen sich auch Vertreter von sozialen Einrichtungen für den Erhalt der hauptamtlichen Stelle ein. In einem unter der Federführung des Familienfördervereins entstandenen und von der Caritas Mecklenburg, von Pro familia, Arche für Frau und Familie unterzeichneten Schreiben wird auf das Recht von Migranten, auf "umfassende Beratung, auf Informationen und auf eine geschützte Atmosphäre zum Vortragen ihrer Problemlage außerhalb der für die Pflichtaufgaben zuständigen Ämter", verwiesen. Hingewiesen wird auf das neue Zuwanderungsgesetz, das viele Fragen und Unsicherheiten auslöse. "Hier muss interkulturell, kompetent, einfühlsam, verständnisvoll und mit großer Sachkenntnis aufgeklärt, beraten und geschlichtet werden", heißt es in dem Papier.
Nordkurier-Teterow
|