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18.11.2002
Emittlungen gegen rechten Lehrer aus Wismar - Bildungsminister besucht heute Gymnasium in Neukloster

Neukloster Die Ermittlungen zu einem ausländerfeindlichen Brandanschlag in Wismar werden in dieser Woche fortgesetzt. "Wir stehen noch ganz am Anfang", sagte Ermittlungsrichter Kai Jacobsen unserer Zeitung.

Er bestätigte, dass es bei dem unter Verdacht der Beihilfe stehenden Lehrer Guido S. inzwischen eine zweite Hausdurchsuchung gegeben hat. "Es gibt derzeit keinerlei Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige die beiden anderen Beschuldigten zu der Tat angestiftet hat", sagte Jacobsen. Die bisherigen Ermittlungen hätte jedoch ergeben, dass der 36-jährige Beschuldigte den beiden 18-Jährigen, die später bei der versuchten Brandstiftung in einem von Vietnamesen betriebenen Asia-Imbiss auf frischer Tat gestellt worden waren, bei der Beschaffung des Benzins behilflich war. Er soll mit ihnen in seinem PKW zu einer Tankstelle gefahren und einen Kanister zur Verfügung gestellt haben.

Seit seiner Festnahme am Dienstag habe der Lehrer von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Bei der ersten Durchsuchung hatte man ein Hitler-Portrait, eine Hakenkreuzfahne und rechtsextreme Schriften gefunden.

"Ich werde noch Anfang dieser Woche einen Antrag auf Haftprüfung stellen", sagte der Anwalt des Lehrers, Rainer Wolf. Sein Mandant wolle dann auch zu den ihm gemachten Vorwürfen eine erste Erklärung abgeben. Bei dem Haftprüfungstermin wird vom Gericht zu bewerten sein, ob der in Untersuchungshaft befindliche Tatverdächtige gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt werden kann.

Heute will Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (parteilos) das Gymnasium "Am Sonnenkamp" in Neukloster besuchen, an dem der Musiklehrer unterrichtete. Er komme damit einer Einladung der Schule nach und wolle sich "vor Ort ein Bild vom Profil dieser Einrichtung machen", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Schüler des Gymnasiums hatten in einem offenen Brief bekundet, "dass unsere Schule nichts mit den vorgefallenen Ereignissen zu tun hat."

Knut Degner

Schweriner Volkszeitung

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