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18.11.2002
Das Auto bekommt nur ein deutscher Fahrer - Alltags-Rassismus in Rostock und Europa bei Konferenz besprochen

Wenn in Rostock über Rassismus geredet wird, ist die Assoziation zu Lichtenhagen nicht weit. Michael Hugo, Geschäftsführer des vietnamesisch- deutschen Vereins Diên Hông, kann das nicht mehr hören. Um etwas weiter über den Tellerrand zu sehen, lud er am Wochenende gemeinsam mit Ebert- und Böll- Stiftung zur Konferenz über Rassismus in Europa.

Beispiel aus Rostock: Der afrikanische Verein ruft eine Autovermietung an, um einen Wagen zu leihen, Antwort: ausgebucht. Der Peruaner Ruben Cardenas tut das Gleiche und bekommt ebenfalls eine Abfuhr. Erst als der Deutsche Michael Hugo die gleiche Frage stellt, sind plötzlich doch noch Autos zu bekommen. Michael Hugo: "Wenn das kein Rassismus ist..."

Ähnliches berichteten bei der Konferenz im Waldemarhof auch die Gäste aus anderen Ländern. So berichtete Ian Harknett aus Yorkshire zwar von dem englischen Antidiskriminisierungsgesetz, das vorschreibt, dass der Anteil der Zugewanderten im öffentlichen Dienst jenem in der Gesamtbevölkerung entsprechen muss. Doch das Bild vom toleranten Briten brachte er zugleich ins Wanken, indem er unter anderem die Kolonialgeschichte aus der Tabu-Ecke holte. Kritische Töne hatte Hannes Gamillscheg, Kopenhagen-Korrespondent der Frankfurter Rundschau, auch für die Situation in Dänemark. Der Ton in der politischen Debatte sei dort deutlich rauher geworden. Auch habe das Land bis 1984 zwar ein sehr liberales Zuwanderungsgesetz gehabt - doch in dem Maße, in dem tatsächlich Ausländer kamen, sei das Gesetz verschärft worden.

Kernübel überall, darüber waren sich die 35 Teilnehmer einig: Das Problem werde nicht als solches wahrgenommen - und könne folglich schwer bekämpft werden. low

Schweriner Volkszeitung-Rostock

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