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15.11.2002
Rechte Szene übt Druck auf Jugendklubs aus - Mitarbeiter lehnen SAM-Verlängerung im Uecker-Randow-Kreis ab

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Marten
Pasewalk/Penkun. Rund ein Drittel der über 40 Jugendklubs im Landkreis Uecker-Randow droht bereits in den nächsten Monaten das Aus: Die Klubbetreuer sind größtenteils über Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) des Arbeitsamtes beschäftigt und erhalten von dort ihr Geld. Nach 36 Monaten im Amt ist die maximale Förderung ausgeschöpft, eine Verlängerung der Maßnahme, wie jetzt vom Arbeitsamt empfohlen, dann nicht mehr möglich.

Dieses Thema debattierten am Mittwochabend die Penkuner Stadtvertreter. Im Raum Penkun besteht darüber hinaus eine zweite Gefahr für die Jugendklubs und deren Mitarbeiter: Die rechte Szene übt dort Druck auf die Jugendarbeit aus. Mitarbeiter der Klubs verzichten bereits darauf, dass ihre SAM verlängert wird. Das wurde auf der Tagung bekannt.

Stellen werden verlängert

Im Raum Penkun sollten ursprünglich bereits zum 31. Dezember 2002 die Klubbetreuer aufhören. Die Strukturentwicklungsgesellschaft, Niederlassung Penkun (SteG), als Träger der Beschäftigungsmaßnahmen erhielt jedoch die Information des Arbeitsamtes die SAM könnte bis zum 31. Mai 2003 verlängert werden. Die maximale Förderzeit sei noch nicht ausgeschöpft, hieß es in der Begründung, informierte SteG-Niederlassungsleiter Martin Kutz die Stadtverordnetenversammlung. Die Abgeordneten müssten dafür allerdings 5452 Euro Personalkosten und 1447 Euro Sachkosten bewilligen, sagte er.

Geld, aber keine Leute

Die jetzigen Mitarbeiter der Jugendklubs sind allerdings nicht begeistert von der Verlängerung der SAM, verdeutlichte der Niederlassungsleiter weiter. Fünf von zehn hätten in den Gesprächen eindeutig gesagt, sie hörten zum Jahresende auf. Ausschlaggebend dafür sei "der Druck der rechten Szene, der auf die Jugendklubs ausgeübt" werde. Die Zusammenarbeit mit der Polizei habe keine Lösung erbracht, dass sich diese Situation perspektivisch ändern werde.

"Wenn die Stadtvertreter die Personal- und Sachkosten bewilligen, dann haben wir zwar finanziell die Voraussetzungen, die Jugendklubs zu erhalten. Aber personell sind wir am Ende angelangt", mutmaßt der Niederlassungsleiter. Für jeden ausscheidenden Mitarbeiter müsste ein neuer eingestellt werden, der auch die Fördervoraussetzungen für die SAM erfülle. Die Stadtvertreter bewilligten letztlich die Mittel. Die Personalfrage soll vorerst über veränderte Öffnungszeiten in den Jugendklubs geregelt werden.

Nordkurier-Pasewalk

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