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15.11.2002
Zweite Hausdurchsuchung bei Wismarer Lehrer - Weiteres Propaganda-Material erhärtet Tatverdacht

Wismar (OZ/P. P.) Die Schweriner Staatsanwaltschaft stellte gestern bei einer zweiten Hausdurchsuchung in der Wohnung eines der Beihilfe zur Brandstiftung verdächtigten Lehrers weiteres rechtsradikales Propagandamaterial sicher. Damit, so beteiligte Beamte gegenüber OZ, würde sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten.

Der 36-jährige Lehrer Guido S., der am Gymnasium "Am Sonnenkamp" in Neukloster Musik unterrichtete, soll am Montag vergangener Woche zwei 18-jährigen Jugendlichen geholfen haben, in Wismar einen Brandanschlag auf einen ASIA-Grill zu verüben. Die Wismarer Polizei konnte die beiden Tatverdächtigen erwischen, als sie gerade das Benzin im Hausflur ausgeschüttet hatten. Zum Anzünden kamen die beiden Jugendlichen nicht mehr. Ein Zeuge hatte die Polizei rechtzeitig informiert.

Der Wismarer Amtsrichter Kai Jacobsen bestätigte gestern, dass der tatverdächtige Musiklehrer die beiden Jugendlichen, die er auf einer NPD-Veranstaltung kennen lernte, vor dem Brandanschlag in seinem Auto zur Tankstelle gefahren und ihnen den Benzinkanister zur Verfügung gestellt hat. Falls der beschuldigte Lehrer, der von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hat und nach wie vor zu den Vorwürfen schweigt, der Tat überführt wird, droht ihm ebenso wie den Jugendlichen eine mehrjährige Haftstrafe.

Guido S., der in U-Haft sitzt, ist 2001 von Krefeld nach Wismar gezogen. In der Nachbarschaft lebte er zurückgezogen.

Ostseezeitung

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