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13.11.2002
Hansestadt und Kirche rufen auf zu Friedensfest - Veranstaltung gegen Rechtsextremismus in Demmin - Stadtväter: Gegenveranstaltung zu riskant

Von unserem Redaktionsmitglied Georg Wagner

Demmin. Zu einem Friedensfest am morgigen Donnerstag, 14. November, haben die Hansestadt Demmin, die beiden Kirchengemeinden und der Demminer Friedenskreis aufgerufen. Es läuft in der Kultur- und Sporthalle und dauert von 15 bis 17.30 Uhr. Anlass dafür ist eine Demonstration, die eine so genannte Schülerinitiative für freie Meinungsbildung und -äußerung für den kommenden Sonnabend in Demmin angemeldet hat. Diese Initiative wird zum Umfeld der rechtsextremen NPD gerechnet. Deren offizielles Motto lautet "Gegen Drogen, Gewalt und politische Verfolgung".
Dahinter vermuten die Veranstalter des Friedensfestes anderes. Unter dem Deckmantel wichtiger Politikfelder solle rechtsgerichtetes Gedankengut verbreitet werden, heißt es in dem Festaufruf. Unterzeichnet haben ihn Bürgermeister Ernst Wellmer und der Präsident der Stadtvertretung, Bernhard Pollok (beide CDU), die Vorsitzenden der drei Fraktionen in der Stadtvertretung, Michael Koch (CDU), Eckhardt Tabbert (PDS) und Guido Fröschke (SPD) sowie Superintendent Thomas Höflich, Pfarrer Clemens Pullwitt und Gundula Meyer, Dargun-Demminer Friedensforum.

Aufklärung als Ziel

Rechtsradikalismus habe in der Hansestadt keinen Nährboden, erklären sie gemeinsam. Mit dem Fest beginne eine Serie von Veranstaltungen, in denen auf unterschiedlichste Weise Aufklärung über den Nationalsozialismus erfolgen und friedliches Miteinander praktiziert werden solle. Das genaue Programm stand gestern noch nicht fest. Wie aus dem Aufruf hervorgeht, soll es aber zum Abschluss ein ökumenisches Friedensgebet in der katholischen Kirche geben. Auf dem Barlach-Platz werden zum Zeichen der Mahnung und des Friedens brennende Kerzen aufgestellt. Bereits im Februar dieses Jahres hatten sich mehrere hundert Menschen an einem abendlichen Friedensgebet und Lichterzug beteiligt, nachdem am Tag die NPD in Demmin demonstriert hatte (der Nordkurier berichtete). Auf eine mindestens genauso große Beteiligung hoffen die Verantwortlichen auch in diesem Fall.
Es gehe darum, insbesondere Kinder und Jugendliche, zu sensibilisieren für das, was da geschehe, sagte beispielsweise Superintendent Höflich gestern gegenüber dem Nordkurier. Zugleich unterstrich er die Richtigkeit der Entscheidung, das Friedensfest bereits im Vorfeld der Demonstration zu veranstalten. Bei Gegenveranstaltungen am gleichen Tag sei das Risiko einer Konfrontation zu groß. "Es ist leider immer wieder so, dass Leute sich huckepack setzen und es zu schlimmen Ausschreitungen kommt", sagte er mit Bezug auf die jüngsten Ereignisse in Neubrandenburg.

Nordkurier-Demmin

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