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11.11.2002
Gedenken an Opfer des Holocaust in Stralsund - Zum Abschluss sprach Bischof Abromeit über mutiges Wirken von Dietrich Bonhoeffer
Stralsund (OZ) Gerade einmal 21 Leute fanden sich an der Stele zum stillen Gedenken ein. Das schlechte Wetter wollte Pfarrer Paul-Ferdi Lange als Grund für das Fernbleiben der Hansestädter nicht gelten lassen. "Wenn ein neues Kaufcenter aufgemacht wird, rennen doch auch alle hin, selbst bei strömendem Regen", so der Bürgerschaftsabgeordnete enttäuscht.
Bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung vor dem Jüdischen Friedhof an der Greifswalder Chaussee war die Besucherzahl mit zehn Gästen noch kläglicher. Sie hielten eine stille Andacht und legten ein Blumengebinde nieder. Pfarrer Hanns-Peter Neumann von St. Nikolai erinnerte an die Reichspogromnacht, die menschenverachtenden Folgen des Holocaust und betete mit den Anwesenden.
Zur dritten Veranstaltung an diesem 9. November lud am späten Nachmittag der Arbeitskreis "Kirche und Judentum" in die Heilgeistkirche ein, wo der Bischof der Pommerschen-Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, in einem gut gefüllten Gotteshaus referierte. Thema seines Vortrages war das Leben von Dietrich Bonhoeffer, der während des Nazi-Terrors als Pfarrer in Hinterpommern wirkte. Die brennenden Synagogen in der sogenannten "Kristallnacht" versetzten den Theologen in Alarmbereitschaft. Bonhoeffer ließ nichts unversucht, den um sich greifenden Rassenwahn öffentlich zu kritisieren und rieb sich sogar mit den obersten Würdenträgern seiner Kirche, die gegenüber der braunen Diktatur sehr vorsichtig und kleinlaut agierten. Nach der Rettung von sieben Juden vor der drohenden Deportation nahm ihn die Gestapo fest. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 6. April 1945, wurde der Geistliche auf Hitlers Befehl im KZ Fürstenberg ermordet. Da die westlichen Gesellschaften nicht unverletzbar und immer noch für Antisemitismus anfällig sind, forderte Bischof Abromeit zur hohen Achtsamkeit auf.
CHRISTIAN RÖDEL
Ostseezeitung-Stralsund
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11.11.2002
Gedenken an Güstrower Opfer der Pogromnacht - Andacht auf Jüdischem Friedhof in Neukruger Straße
Güstrow Sonnabend fand zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Mitbürger Güstrows eine Andacht auf dem Jüdischen Friedhof in der Neukruger Straße statt. Aufgerufen hatte die Dom- und Pfarrgemeinde anlässlich der Pogromnacht am 9. November 1938.
In dieser Nacht wurde das Friedhofshäuschen bis auf die Grundmauern niedergebrannt. "Den Rest haben die Nazis dann einfach weggerissen", erinnerte sich der ehemalige Güstrower Lehrer Günter Woese. Am 10. Juli vor sechzig Jahren wurden die letzten Güstrower Juden deportiert und umgebracht. Sie wurden fortgeschafft "in einem traurigen Zug, dessen Ziel Auschwitz war", zitierte der pensionierte Pastor Folker Hachtmann den zeitgenössischen Bericht einer Güstrower Jüdin.
Die letzte Beerdigung auf dem Jüdischen Friedhof fand am 2. Dezember 1937 statt. Der zittrig, nervöse Eintrag im Friedhofsbuch ist für Pastor Folker Hachtmann ein Beleg, der von einem jähen und schrecklichen Ende der jüdischen Gemeinde Güstrows kündet.
André Hamann
Schweriner-Volkszeitung-Güstrow
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11.11.2002
Stadt gedenkt Opfern der Pogromnacht - Blumen an der Gedenkstätte in Neubrandenburg
Neubrandenburg(mg). Im Gedenken an die Opfer der Pogromnacht haben Vertreter von Stadtverwaltung und Ratsversammlung, von Landesregierung und Gewerkschaften am Wochenende Blumen an der Gedenkstätte in der Poststraße niedergelegt. Eine Bronzeplastik erinnert dort an den früheren Standort der Synagoge in der Innenstadt. "Vor 64 Jahren wurde in Neubrandenburg das letzte jüdische Geschäft zerstört und, wie überall in Deutschland in jener Nacht, niemand griff ein", erinnert Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) in seiner Ansprache. Nur noch zehn Juden lebten seinerzeit in der Viertorestadt, wo Anfang der 20er Jahre rund 100 jüdische Bürger zu Hause waren. Das Stadtoberhaupt mahnte kritische Auseinandersetzung und Geschichtsaufarbeitung an: "Geschichte ist ein Rückspiegel, vor dessen Hintergrund die Gegenwart bewertet und die Zukunft gestaltet werden muss."
Nordkurier-Neubrandenburg
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11.11.2002
Kränze erinnern an Opfer des Nazi-Terrors - Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof von Demmin
Demmin. Mit einer Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof erinnerten Bürger der Hansestadt Demmin am Sonnabend anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Stadtvertretung Bernhard Pollok (CDU), dem Vorsitzenden der CDU- Fraktion in der Stadtvertretung Michael Koch und Vertretern des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge legte Bürgermeister Ernst Wellmer (CDU) Kränze an den Gräbern nieder. In einer Zeit, in der rechtsradikale Jugendliche durch die Straßen marschieren, müsse man deutlich machen, dass die demokratischen Kräfte gemeinsam dem Schreckensgespenst Nationalsozialismus entgegen treten, betonte er dabei. Der Nährboden für derartiges Gedankengut müsse verhindert werden. "Jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger haben Bedeutendes für das Ansehen der Hansestadt getan", sagte Wellmer. "Ihr Ansehen gilt es in Ehren zu halten."
Nordkurier-Demmin
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11.11.2002
Mahnendes Gedenken auf jüdischen Friedhöfen im Kreis - Veranstaltungen in Neustrelitz und Feldberg
Mecklenburg-Strelitz. Bürger aus dem Landkreis haben am Abend des 9. November der 1938 durch die Faschisten initiierten Pogrome und der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis gedacht. So versammelten sich auf den jüdischen Friedhöfen in Altstrelitz und in Feldberg Menschen zu einer Andacht.
Bei den Pogromen, die sich im nächsten Jahr zum 65. Mal jähren, war 1938 in Altstrelitz auch die jüdische Synagoge zerstört worden.
Nordkurier-Neustrelitz
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