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09.11.2002
"Es hat gar keinen Streit gegeben" - Brandstiftung im Asylbewerberheim Bellin vermutlich Protestaktion - Identität des Verdächtigen noch unklar
Ueckermünde (ls). Es hat keinen Streit zwischen einem aus Ägypten stammenden Asylbewerber und dem Ausländerbeauftragten gegeben, dementierte gestern der Ausländerbeauftragte des Uecker-Randow-Kreises, Manfred Quägber, eine Agenturmeldung vom Vortag. Richtig sei hingegen, dass der Bewohner des Belliner Heimes Matratzen angezündet hat, allerdings war dies nicht die unmittelbare Folge einer Auseinandersetzung, stellte Quägber klar.
Nach den ihm vorliegenden Informationen habe der Mann zwar zu ihm vordringen wollen. Der Ägypter sei dann aufgefordert worden, sich in die Reihe der anderen auf ein Gespräch wartenden einzureihen. Dies sei nicht geschehen, der Asylbewerber hatte sich dann in ein Zimmer zurückgezogen und gezündelt.
"An diesem Tag hat es gar kein Gespräch mit diesem Asylbewerber gegeben, weder mit dem Ausländerbeauftragten noch mit Mitarbeitern aus dem Landratsamt", teilte Achim Froitzheim, Pressesprecher des Pasewalker Landratsamtes, mit. Der Ägypter sei nicht gesprächsbereit gewesen, hieß es. Zu erklären sei dieBrandstiftung möglicherweise als eine Protestaktion.
Erschwerend in dem Fall kommt hinzu, dass bis jetzt die Identität des Mannes noch nicht eindeutig geklärt werden konnte, sagte Achim Froitzheim. Dies sei auch einer der Gründe gewesen, weshalb der Ägypter zu der Sprechstunde geladen worden ist, bei der er eventuell vorhandene Personaldokumente vorlegen sollte.
Solche Sprechstunden finden nach Auskunft aus dem Landratsamt regelmäßig alle 14 Tage statt. Vermutlich war der Mann, nachdem er diese Aufforderung erhalten hatte, davon ausgegangen, dass er abgeschoben werden soll. "Das ist aber nicht möglich, ohne dass zuvor die Identität geklärt worden ist", sagte Froitzheim.
Der mutmaßliche Brandstifter wurde nach der Tat in psychiatrische Behandlung gebracht. Damit ist die Sache aber noch nicht abgeschlossen, so der Ausländerbeauftragte. Er will sich, wenn der Mann aus dem Krankenhaus entlassen ist, mit ihm unterhalten. Möglicherweise ist dies schon in der kommenden Wochen der Fall.
Nordkurier-Ueckermünde
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