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08.11.2002
Um Demokratie und Toleranz gerungen - Regionalzentren in ganz Mecklenburg-Vorpommern müssen schließen

Der Verein "Für Demokratie und Toleranz" muss zum Jahresende seine Regionalstellen im gesamten Land, so auch in Rostock, schließen. Die SAM-Stellen laufen aus. Und auch das Geld für Raummiete und Co. ist nicht da, so erklärt Mitarbeiterin Anke Tretow.

Als 1998 die rechtsextreme NPD angekündigt hatte, sie werden den Schwerpunkt ihres Wahlkampfes nach Mecklenburg-Vorpommern verlegen, hatten sich Parteien, Verbände, Institutionen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um gegenzusteuern. Am 24. Februar gründeten sie den Verein.

"Toleranz braucht Übung", so die gemeinsame Überzeugung, aus der vor drei Jahren die Regionalzentren in Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin und Rostock entstanden. Anke Tretow bilanziert: Allein seit diesem Frühjahr hat sie in Rostock 13 Projekttage an Schulen auf die Beine gestellt, bei denen Gewaltprävention im Mittelpunkt stand. Ein Thema, mit dem ihrer Meinung nach Lehrer nicht alleine gelassen werden dürfen. Neun Workshops bot das Rostocker Zentrum in der gleichen Zeit unter dem Motto "Tanzende Rollen" an. Ein Projekt, bei dem junge Leute dazu angeregt werden sollen, sich über ihre eigenen Werte Gedanken zu machen, um eine kritische Selbstreflexion zu beginnen. Und schließlich nennt Anke Tretow die "Netzwerkarbeit" als dritten Schwerpunkt ihres Jobs. Bis Ende Dezember wird sie den noch erfüllen, danach hofft die Sozialarbeiterin an anderer Stelle auf den gesammelten Erfahrungen aufbauen zu können. Was der Verein künftig ohne Mitarbeiter noch bewerkstelligen kann, bleibt abzuwarten. Ohnehin hat das ehemalige Bündnis gegen rechte Intoleranz mittlerweile gerade noch 37 Mitglieder.

Schweriner Volkszeitung-Rostock

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