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08.11.2002
Einstige Kriegsschule wird Flüchtlingsheim - Grundsätzliche Einigung zwischen Landkreis und Stadt - Zahl der Asylbewerber in Anklam bleibt konstant

Von unserem Redaktionsmitglied Siegfried Denzel
Anklam. In die ehemalige Kriegsschule in der Friedländer Landstraße werden spätestens Ende kommenden Jahres Asylbewerber einziehen. Diese Grundsatzentscheidung fiel bei einer Verhandlungsrunde zwischen Vertretern des Landkreises, der Stadt und der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH Anklam (GWA). Man werde die ersten beiden Stockwerke des seit zwei Großbränden in den 90er Jahren leer stehenden Komplexes für 120 bis 150 Personen herrichten, sagte GWA-Geschäftsführer Lothar Salzsieder gestern auf Nachfrage.
Die Zahl der in Anklam untergebrachten Flüchtlinge soll sich seinen Worten zufolge jedoch nicht erhöhen: So ist die Kriegsschule zunächst als Ersatz für das Heim in der ehemaligen Möbelfabrik gedacht, in dem momentan 70 Menschen leben. Wie berichtet, muss diese Unterkunft genauso wie das Heim in Garz auf Usedom bis Ende 2003 ausgelöst werden. Deshalb ist die Kreisverwaltung auf der Suche nach Alternativ-Domizilen; eines davon hat sie nun in dem Backstein-Komplex aus dem 19. Jahrhundert gefunden hat. Perspektivisch könnte das Haus sogar zum einzigen Asylbewerberheim in Anklam werden, deutete Salzsieder an: Möglicherweise wolle der Kreis auch das im einstigen "Hotel Anklam" untergebrachte Heim mit rund 150 Plätzen auflösen; dann werde auch die dritte Etage der Kriegsschule ausgebaut.
Vize-Landrat Gerwald Meesmann, in dessen Zuständigkeitsbereich unter anderem die Asyl-Angelegenheiten fallen, konnte gestern derartige Auszugspläne für das "Hotel Anklam" jedoch nicht bestätigen. Allerdings sei er bei der entscheidenden Unterredung im Anklamer Rathaus nicht mit dabei gewesen.

Verzicht auf "Domitel"

Während der GWA-Aufsichtsrat den Geschäftsführer nun mit den weiteren Verhandlungen beauftragt hat, dürften die Kommunalpolitiker in Ducherow aufatmen: Nach den Vorstellungen des Kreises sollte das ehemalige Hotel "Domitel" in dem 2400-Einwohner-Ort zur Bleibe von 150 Flüchtlingen werden - ein Vorhaben, das in Ducherow auf heftigen Widerstand gestoßen ist. Daraufhin deutete die Verwaltung Verzicht an - allerdings unter der Voraussetzung, dass Gespräche über die Kriegsschule in Anklam und ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Wolgaster Peene-Werft erfolgreich verlaufen. Das Gespräch in Wolgast steht indes noch aus.
Dagegen bezeichnet GWA-Chef Salzsieder die Einigung in Anklam auch im Hinblick auf das Stadtbild als positiv: Dort ein Flüchtlingsheim einzurichten, "ist die einzige Möglichkeit, dieses denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. Eine andere Lösung werden wir nicht finden".

Nordkurier-Anklam

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