|
06.11.2002
Farbgeschosse verletzen Behinderten - Mehrere Überfälle auf Pasewalker Wohnstätte - Behinderte schon seit langem beleidigt
Ueckermünde/Pasewalk (rm). Mit einem Gotcha-Gewehr, einem Gewehr für Farbgeschosse, wurde am Montag ein 45-jähriger Behinderter beschossen und an der Schulter verletzt. Der Mann lebt in der Wohnstätte "Miteinander" der Gemeinnützigen Wohn- und Werkstätten GmbH in der Pasewalker Oststadt. Die Polizei ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung, teilte gestern Polizeisprecher Axel Falkenberg mit.
Auf die Täter gibt es bereits erste Hinweise: Zwei 18-Jährige stehen im Verdacht, die Tat verübt zu haben. Der Überfall war nicht der erste, sagte wenig später Ingrid Fränzl, Leitende Betreuerin der integrierten Wohnstätte. "Das geht schon seit etwa zwei Wochen so: Fast täglich gegen 19 oder 20 Uhr wurde das Wohnheim von Unbekannten aufgesucht und die Behinderten beschimpft oder verunglimpft. Wir mussten deshalb bereits mehrmals die Polizei informieren." Allerdings schätzt Ingrid Fränzl das die Verdächtigen nicht älter als 13 oder 14 Jahre sind. Tage vor dem jetzigen Vorfall habe sie angewiesen, abends die Türen verschlossen zu halten. Allerdings vergaß offenbar ein Behinderter, die Tür abzuschließen. Die Täter konnten so in das Gebäude eindringen und Schaden an den vor einem Jahr renovierten Haus anrichten.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang mögliche Zeugen der Störungen, sich in der Polizeiinspektion oder unter
03973 - 22 00 zu melden.
Nordkurier-Pasewalk
|