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30.10.2002
Reaktor-Umbau geht in heiße Phase - Lubmin: Aktive Blöcke vor der Demontage
Ostvorpommern/Lubmin (sd). Im früheren Kernkraftwerk Lubmin beginnt in den nächsten Wochen die heißeste Phase des seit 1995 andauernden Rückbaus: Die einst aktiven Blöcke I bis IV sollen demontiert werden. Die Vorbereitungen "sind schon sehr weit gediehen", berichtete Landrätin Barbara Syrbe (PDS) jetzt vor dem Kreistag und kündigte zudem eine Informationsveranstaltung mit Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) an: Der Ressortchef will am 13. November ab 17.30 Uhr im Klubhaus Brünzow Rede und Antwort über die nächsten Arbeitsschritte im einstigen Atommeiler stehen.
Nachdem in den vergangenen Jahren der zum Ende der DDR-Zeit noch gebaute, aber nie angefahrene Reaktorblock V zurückgebaut worden ist, will man die dabei gewonnenen Erfahrungen nun auch bei den stark radioaktiv belasteten Kraftwerksbereichen einsetzen: Vor allem geht es dabei um den Einsatz von Robotern. Die Strahlung im einst aktiven Teil ist so hoch, dass Menschen vor Ort nicht arbeiten können - es handele sich deshalb um eine ferngesteuerte Demontage, sagte gestern der stellvertretende Sprecher der Energiewerke Nord (EWN), Jürgen Broszinski.
Mit den Arbeiten an den Blöcken I bis IV sei man voraussichtlich bis zum Jahr 2008 beschäftigt, ergänzte er. Bis 2009 soll das gesamte Kraftwerk demontiert sein, das einst elf Prozent des Strombedarfs in der DDR deckte; es handelt sich nach EWN-Angaben um den weltweit bislang größten Rückbau einer kerntechnischen Anlage. Rücken 2009 die letzten Arbeiter ab, werden etwa 85 000 Tonnen Ausrüstung abgebaut, end- oder zwischengelagert beziehungsweise recycelt sein.
Nordkurier-Usedom
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