|
28.10.2002
Ein Zeichen setzen mit Begegnung - Maria Parttimaa-Zabel zur Bilanz der Interkulturellen Wochen in Neustrelitz
Neustrelitz. In Neustrelitz sind jetzt die Interkulturellen Wochen zu Ende gegangen. Unser Redaktionsmitglied André Gross unterhielt sich mit Maria Parttimaa-Zabel vom Eine Welt Verein Neustrelitz, die einen großen Teil der Koordinationsarbeit bei dem fast einmonatigen Veranstaltungsreigen geleistet hat.
Nachdem es im letzten Jahr eine Interkulturelle Woche gab, waren es diesmal sogar Wochen.
Wir hatten so viele Veranstaltungen und auch Mitveranstalter, dass wir das Programm einfach nicht in einer Woche untergebracht haben, und Abstriche wollten wir angesichts der Wichtigkeit des Anliegens auch nicht machen.
Wie würden Sie das Anliegen formulieren?
Es geht bei den bundesweiten alljährlichen Veranstaltungen um Information, Meinungsaustausch, Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen anderer religiöser und kultureller Prägung. Es ist eine Gelegenheit zu signalisieren, dass uns die aktive Mitgestaltung von ausländischen Mitbürgern am gemeinsamen gesellschaftlichen Leben willkommen ist. Gerade auch in Neustrelitz wollten wir vor dem Hintergrund der Diskussionen um den Standort des Asylbewerberheimes ein Zeichen setzen in der Begegnung von Ausländern, die hier leben, mit Deutschen.
Wie waren Sie mit der Resonanz zufrieden?
Fast alle Veranstaltungen waren gut besucht. Es ist uns gelungen, Kontakte zu den Schulen zu knüpfen, was uns besonders wichtig ist. Wir haben eine gute, eine offene Stimmung verzeichnet, die uns darin bestärkt, dass solche Begegnungen öfter möglich sind, auch außerhalb offizieller Wochen. Man muss sich einfach begegnen!
Was waren die Höhepunkte des Veranstaltungskalenders?
An dem ökumenischen Gottesdienst mit internationalem Buffet in der Stadtkirche haben mehr als 300 Besucher teilgenommen. Mehr als 800 Schüler haben die Aufführungen afrikanischer Märchen und die Filmveranstaltungen erlebt. Und der Liederabend in Altstrelitz hat über 100 Mitwirkende und Gäste gefunden, was uns gerade hier, wo die Angst vor dem Asylbewerberheim umgeht, besonders gefreut hat. Die Diskussionsrunden, womit wir ja vor zwei Jahren den Auftakt gemacht hatten, haben in diesem Jahr trotz der wirklich schwierigen Themen zwischen 30 und 80 Teilnehmer gehabt.
Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?
Es macht viel Arbeit, die entsprechenden Kontakte zum Beispiel zu den Schulen zu knüpfen. Da muss man sich intensiv einsetzen und vor allem persönlich vorsprechen. Ein Programm schreiben allein reicht nicht.
Wird es im kommenden Jahr wieder Interkulturelle Wochen in Neustrelitz geben?
Mit Sicherheit. Ein guter Anfang ist gemacht, jetzt wird vieles leichter, auch dank der vielen Partner. Unbedingt nennen aus der Schar der zahlreichen Helfer möchte ich Kathrin Hutton vom Film-Club Alte Kachelofen- fabrik, die maßgeblich zur Koordination der Veranstaltungen beigetragen hat. Am 6. November um 18 Uhr werden wir im Borwinheim eine Auswertung machen. Zugleich soll es einen Ausblick auf das kommende Jahr geben. Interessenten, die unsere Reihen stärken wollen, sind herzlich eingeladen.
Nordkurier-Neustrelitz
|