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24.10.2002
"Denkort" will Prora-Geschichte erforschen - Dokumentationszentrum auf Rügen ändert Namen

Prora (OZ) Die Köpfe sind die gleichen, noch ist es auch der Name. Aber gestern hat sich der Förderverein "Dokumentationszentrum Prora" auf einen neuen verständigt: "Denkort Prora - Institut für Forschung, Bildung und Dokumentation" soll künftig an der Tür in der Objektstraße 1 stehen. Damit wird die Namensgleichheit mit dem Dokumentationszentrum Prora gleich um die Ecke aufgehoben. Jenes hatte die Stiftung Neue Kultur 1999 aufgebaut, war zwischenzeitlich geschlossen, die meisten wurden Mitarbeiter entlassen.

Drei von ihnen gehören jetzt zum Stamm des Vereins. Gegründet wurde er im November 2001, "weil wir die wichtige Aufgabe annehmen wollen, die Geschichte Proras zu erforschen und wachzuhalten", begründet die Vereinsvorsitzende, Landrätin Kerstin Kassner. Fahren wolle man dabei die "wissenschaftliche Schiene". So gehören dem Vorstand Prof. Dr. Bernd Henningsen, (Direktor am Alfred-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald), Prof. Dr. Peter Reichel (Uni Hamburg) und Dr. habil. Detlef Nakath (Posdam) sowie der Politische Memoriale e. V. Schwerin an.

Man hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Aufbau, die Entwicklung und den Betrieb eines Dokumentationszentrums zu unterstützen. Außerdem soll der Austausch von Toleranz auf allen Gebieten befördert werden. Nationen und Generationen sollen sich hier begegnen. Ein anderes Betätigungsfeld ist die politische Bildung. Kontakte zu Schulen wurden geknüpft. So beschäftigen sich seit August zwei 10. Klassen der Realschule Binz in einem Wahlpflichtkurs mit dem KdF-Seebad und der NS-Sozialpolitik. Der Unterricht findet vor Ort in Prora statt. Geplant sind auch Wander- und Projekttage, Workshops und eine Fortildung für Lehrer. Bestandteil der Doku-Stelle sind außerdem die Archivunterlagen des Binzer Schalen-Baumeisters Urlich Müther. Am 6. Februar soll die Wanderausstellung "Erinnerungsorte Mare Balticum: Prora, Peenemünde, Alt Rehse" in Greifswald eröffnet werden.

Bei seiner Arbeit möchte der Verein mit den Institutionen der Proraer Museumsmeile nicht konkurrieren, sondern kooperieren. Dabei könnte man sich als eine Art Dachorganisation verstehen. Vom wissenschaftlichen Kopf werden die Recherchen betrieben, Quellen gesammlet und digital archiviert, von denen die anderen Einrichtungen profitieren.

"Wir wollen helfen, den Fundus, der dort über Jahre gesammelt wurde, zu deuten", so Geschäftsführer Dr. Rainer Stommer. Man könnte im "Denkort Prora" darauf verweisen, wo welche Objekte, Fotos, Karten etc. zu finden sind. Aufgegriffen wird dabei der nicht ganz neue Gedanke, dass die Nutzer des Blockes 3 eine gemeinnützige GbmH gründen, um das Gebäude zu übernehmen. Der Kreis könne es nicht, so die Landrätin. Dass man keine Berührungsängste habe, zeige sich auch in Plänen für künftige Ausstellungen. Die eigenen Räume seien unattraktiv. Bessere seien sie "vielleicht im Dokumentationszentrum", so Kassner. In dem um die Ecke.

Ostseezeitung-Rügen

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