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21.10.2002
Nur weg hier! - Die Nazis und Neubrandenburg

Kennen Sie den? Warum hat Neubrandenburg vier Tore? Damit man die Stadt so schnell wie möglich verlassen kann. Egal wohin. Und wissen Sie, warum man den Oberbürgermeister auch den ersten Mann der Stadt nennt? Richtig, weil er der erste ist, der stiften geht, wenn die Nazis kommen. Und die kamen mal wieder. Am Samstag machten Hundertschaften der NPD und angeschlossener Kameradschaften den Platz vorm Rathaus zur »national befreiten Zone«. Da war OB Krüger schon über alle Berge. Im Urlaub. Was kann der christliche Demokrat schließlich dafür, wenn Richter den Demo-Verbotsantrag der Stadt nicht unterstützten?!
Wenn man sagt, dass 500 mehr oder weniger Linke sich den Nazis entgegen stellten, dann stimmt das Bild nicht so ganz. Die Antifaschisten kamen nur bis zu den - wie gewohnt - kräftig knüppelnden Polizeiketten. Im Schutz uniformierter »Überreaktion« konnten die Nazis - wie gewohnt - ihren Mummenschanz aufführen. Sieben Stunden lang.
Neubrandenburg hat seit 1989 rund 21000 Einwohner verloren. Jeder Fünfte also nutzte die »Chance« der vier Tore. Jenes in Richtung Westen wurde von über 10000 vor allem jungen Leuten durchschritten. Das und permanente Nazi-Aufzüge sagen viel über die Lebensqualität in der Region - was immer uns geschönte Rot-Rot-Bilanzen in Schwerin oder Krügers schwarze vor Ort suggerieren.

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